1902 wurde in Deutschland die erste Kfz-Versicherung gegründet, 1908
schrieb die Branche schon Verluste: Ein Fehler, den die Generali in
Österreich nicht wiederholen wird, wie das Vorstandsteam bei einem
launigen Hintergrundgespräch erläuterte.
In den vergangenen Jahren agierte die Generali, mit einem Marktanteil
von rund 19 Prozent der führende österreichische Kfz-Versicherer,
eher zurückhaltend. Im Mittelpunkt stand die Risikooptimierung im
Vertragsbestand. Heuer dürfte man jedoch "sicher einen Prozentpunkt"
über dem um voraussichtlich um 1 bis 2 Prozent steigenden Markt
liegen, sagt der für Schaden-und Unfallversicherungenzuständige
Vorstand Walter Kupec. Im Mittelpunkt seiner Wachstumsstrategie
stehen zufriedene Kunden: Einen allzu harten Prämienkampf, wie er in
der Geschichte der Kfz-Versicherungen schon oft zu roten Zahlen
geführt hat, will Kupec vermeiden. Auch dem Vertrieb von Kfz-Polizzen
im Internet misst er wenig Potenzial bei, wie Erfahrungen in
Deutschland beweisen würden.
Klares "Nein" zur Schadensteuerung
Ausdrücklich bekennt man sich bei der Generali zu einer fairen
Zusammenarbeit mit dem Kfz-Reparaturgewerbe. Dazu gehört auch eine
Absage an die Schadenssteuerung. "Der österreichische Autofahrer
akzeptiert kein ,Routing" in Werkstätten, die von den Versicherungen
ausgewählt werden", ist Kupec überzeugt. Zu ausgeprägt sei
hierzulande das Vertrauensverhältnis zwischen Kunden und
Reparaturbetrieben. Hinzu komme, dass eine derartige
Schadenssteuerung auch für die Versicherungen nicht sinnvoll sei -zum
Beispiel aufgrund von Haftungsfragen. Die wenigen heimischen
Versicherer, die derzeit Schadenssteuerung betrieben, würden nur
"einen geringen einstelligen Prozentsatz" des gesamten
Kfz-Schadensvolumens auf diese Weise abwickeln.
"Wir sind kein Kostentreiber"
Übrigens räumte Kupec im Rahmen des Pressegesprächs mit dem Vorurteil
auf, dass die Kfz-Versicherungen Anteil an den ständig steigenden
Mobilitätskosten hätten. In Wahrheit seien die
Haftpflichtversicherungsprämien im vergangenen Jahrzehnt in absoluten
Zahlen um rund 10 Prozent gesunken: "Unsere Branche ist also alles
andere als ein Kostentreiber in Sachen Auto." (HAY)