In den vergangenen Jahren agierte die Generali, mit einem Marktanteil von rund 19 Prozent der führende österreichische Kfz-Versicherer, eher zurückhaltend. Im Mittelpunkt stand die Risikooptimierung im Vertragsbestand. Heuer dürfte man jedoch "sicher einen Prozentpunkt" über dem um voraussichtlich um 1 bis 2 Prozent steigenden Markt liegen, sagt der für Schaden-und Unfallversicherungenzuständige Vorstand Walter Kupec. Im Mittelpunkt seiner Wachstumsstrategie stehen zufriedene Kunden: Einen allzu harten Prämienkampf, wie er in der Geschichte der Kfz-Versicherungen schon oft zu roten Zahlen geführt hat, will Kupec vermeiden. Auch dem Vertrieb von Kfz-Polizzen im Internet misst er wenig Potenzial bei, wie Erfahrungen in Deutschland beweisen würden.

Klares "Nein" zur Schadensteuerung

Ausdrücklich bekennt man sich bei der Generali zu einer fairen Zusammenarbeit mit dem Kfz-Reparaturgewerbe. Dazu gehört auch eine Absage an die Schadenssteuerung. "Der österreichische Autofahrer akzeptiert kein ,Routing" in Werkstätten, die von den Versicherungen ausgewählt werden", ist Kupec überzeugt. Zu ausgeprägt sei hierzulande das Vertrauensverhältnis zwischen Kunden und Reparaturbetrieben. Hinzu komme, dass eine derartige Schadenssteuerung auch für die Versicherungen nicht sinnvoll sei -zum Beispiel aufgrund von Haftungsfragen. Die wenigen heimischen Versicherer, die derzeit Schadenssteuerung betrieben, würden nur "einen geringen einstelligen Prozentsatz" des gesamten Kfz-Schadensvolumens auf diese Weise abwickeln.

"Wir sind kein Kostentreiber"

Übrigens räumte Kupec im Rahmen des Pressegesprächs mit dem Vorurteil auf, dass die Kfz-Versicherungen Anteil an den ständig steigenden Mobilitätskosten hätten. In Wahrheit seien die Haftpflichtversicherungsprämien im vergangenen Jahrzehnt in absoluten Zahlen um rund 10 Prozent gesunken: "Unsere Branche ist also alles andere als ein Kostentreiber in Sachen Auto." (HAY)