Im Rahmen des diesjährigen Allianz Autotages im Allianz Zentrum für Technik in Ismaning bei München standen die ungeschützten Verkehrsteilnehmer wie Radfahrer und Fußgänger im Mittelpunkt. Denn während die getöteten Autofahrer in Europa in den letzten Jahrzehnten massiv zurückgingen und die EU zwischen 2010 und 2020 diese Zahlen sogar nochmals halbieren will, sind bei Radfahrern oder Fußgänger kaum Rückgänge zu verzeichnen.

Bei den Radfahrern setzt sich die Allianz verstärkt für das Tragen von Helmen ein, die Verletzungsgefahr wird dadurch massiv gesenkt. Durch die Pedelecs, die Elektrofahrräder, ist das Risiko noch höher, durch den hohen Seniorenanteil sind diese Menschen ganz besonders gefährdet. Jeder Vierte der weltweit mehr als eine Million Verkehrstotenjährlich ist zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs, daher hat hier auch die Automobilindustrie eine besondere Verantwortung.

Aktive Assistenzsysteme auf dem Vormarsch

Seit einigen Jahren werde viel in das Thema aktive Sicherheit investiert, wie Dr. Christoph Lauterwasser, Leiter des Allianz Zentrum für Technik, erläutert: "Ab 2016 gibt es beim NCAP-Crashtest Punkte für solche Systeme, dann steigt die Bedeutung weiter an. Allerdings dauert es relativ lange, bis der Automarkt mit dieser neuen Technik durchdrungen ist." Solange die Systeme nicht serienmäßig sind, gibt es noch ein Problem: "Speziell bei Systemen für den Fußgängerschutz gibt es wenig Kaufanreiz für die Autokäufer, die oft teure Technologie zu erwerben." Um zumindest die Folgen eines Aufpralls zu lindern, sind die Fahrzeugfronten deutlich weicher als noch vor einigen Jahren.