In wessen Auftrag lobbyiert der VCÖ, wird gefragt. Die Antwort darauf ist einfach: Der VCÖ ist ein unabhängiger Verein und in den Statuten des VCÖ sind die inhaltlichen Zielsetzungen klar festgelegt. Dieses Statut ist die Basis für die Tätigkeit des VCÖ, also der "Auftraggeber" des VCÖ -nachzulesen sind die inhaltlichen Zielsetzungen auch auf der Website des VCÖ unter www.vcoe.at. Der VCÖ setzt sich für eine ökologisch verträgliche, sozial gerechte und ökonomisch effiziente Mobilität ein. Der VCÖ tritt seit seiner im Jahr 1988 erfolgten Gründung -durch Verkehrswissenschafter, Vertreterinnen und Vertreter von Radfahrgruppen und der Anti-Transit-Bewegung -für eine gleichberechtigte Vielfalt der Verkehrsmittel ein. Und wer sich heute das Mobilitätsverhalten in Österreich zwischen Bodensee und Neusiedlersee ansieht, merkt, dass das Mobilitätsverhalten tatsächlich vielfältiger geworden ist. Immer mehr Autofahrerinnen und Autofahrer fahren auch mit dem Fahrrad, gehen kürzere Wege zu Fuß oder nutzen öffentliche Verkehrsmittel. Und das ist gut so, denn es fördert ein respektvolles Miteinander im Verkehr. Immer mehr wählen aus dem vielfältigen Angebot der Verkehrsmittel für die jeweilige Fahrtdas jeweils am besten geeignete Verkehrsmittel aus. Der Mensch ist eben ein Vernunftwesen.

Dem VCÖ sind eine gesunde Luft, eine intakte Umwelt und gleiche Mobilitätschancen für alle Menschen, unabhängig vom Alter und Einkommen ein wichtiges Anliegen. Dem System Auto tut der Einsatz von NGOs, wie dem VCÖ, gut. Letztlich sichern jene Verbesserungen, die Umwelt-NGOs in den vergangenen Jahrzehnten beim Auto erreicht haben, die Akzeptanz des Autos in der Gesellschaft. Die Abgas-Grenzwerte waren hart umkämpft, der Widerstand der damaligen Autohersteller groß. Der VCÖ und sein Dachverband Transport&Environment zählten zu jenen, die sich für strengere Abgasgrenzwerte eingesetzt haben. Damit wurde letztlich auch sichergestellt, dass Autos heute noch in Städte fahren dürfen. Ähnliches gilt übrigens auch für den Einsatz des VCÖ für strengere CO 2-Grenzwerte und damit für einen niedrigeren Spritverbrauch für Neuwagen. Der VCÖ hat bereits vor fünfzehn Jahren auf die zukünftig steigenden Erdölpreise hingewiesen. Heute ist der Rohölpreis vier Mal so hoch wie vor zehn Jahren - und damit sind auch die Spritpreise gestiegen. Die Autofahrerinnen und Autofahrer würden sich viel Geld ersparen, wenn die Politik früher strengere CO 2-Grenzwerte für Neuwagen beschlossen hätte: Die heutige deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel forderte bereits in den 90er Jahren maximal 120 g CO 2 pro km. Es ist auch der VCÖ, der sich im Interesse von Umwelt sowie Autofahrerinnen und Autofahrern gegen die immer stärkere Abweichung des realen Spritverbrauchs vom Normverbrauch stark macht. "Ich unterstütze den VCÖ, weil ich auch in 20 Jahren noch Autofahren möchte", stellte einmal ein VCÖ-Unterstützer fest. Der VCÖ wird übrigens von rund 10.000 Menschen unterstützt.

Die Herausforderungen für den Verkehrsbereich sind in Zukunft riesig. Die von der Politik auf nationaler und internationaler Ebene gesetzten Energieziele sind ohne umfassende Änderungen im Verkehrssystem nicht erreichbar. Viele Unternehmen stellen sich auf den Mobilitätswandel ein und sorgen dafür, dass die Arbeitsplätze ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch in Zukunft gesichert sind. Ein Transport, der energieeffizienter, sauberer und damit gesünder und kostengünstiger ist, stärkt die Wirtschaft, sichert den Wohlstand der Bevölkerung und ist gerade für das Tourismusland Österreich auch aus wirtschaftlicher Sicht wesentlich für eine erfolgreiche Zukunft. Wer die Augen vor der Realität verschließt, wird ein böses Erwachen erleben und Ähnliches zu hören bekommen, was Michail Gorbatschow einst Erich Honecker kurz vor dem Fall der Berliner Mauer ins Ohr geflüstert hat: Wer zu spät kommt, den bestraft die Geschichte.