Schon mit dem Titel seines Vortrags zeigte Michael Dittmar, wohin die Reise geht: Mit „Mut zur E-Mobilität – Ein Werkstatt-Impuls aus der Praxis“ führt einer der Inhaber von Dittmar & Stachowiak Autodienst in Bochum (D) jene Zuseher, die sich noch in Zurückhaltung üben, an das Thema der Stunde heran. „Die Invests sind überschaubar“ und „Menschenverstand ist immer wichtig“ sind zwei der Learnings, die man auf jeden Fall mitnehmen kann.

Highlight: die erfolgreiche Batterie-Reparatur

Was man weiters lernt: Aktuell kann man sich noch stark von der Konkurrenz abheben, wenn man etwas Einsatz zeigt und Elektroautos nicht per se von der Werkstatttür weist. „Ein kaputtes Auto ist ein gutes Auto“, sagte Dittmar, der 2010 mit Streetscooter-Kleintransportern erste Elektro-Erfahrungen sammelte. Er hat mitbekommen, dass Strompiloten durchaus fortgeschickt werden, selbst wenn bloß reguläre Reparaturen anstehen. 

Natürlich braucht es Schulungen und Equipment, aber auch bei Verbrennern gab es stets neue Technologien, mit denen man sich beschäftigen musste. „Einen Mitarbeiter mit 2S-Schulung (=HV2, Anm.) sollte man auf jeden Fall in der Werkstatt haben.“

Besonders spannend ist die Story einer erfolgreichen Batterie-Reparatur aufgrund einer defekten Zelle. Der Batterietausch laut Hersteller hätte den Kunden über 20.000 Euro gekostet, mit einem Testgerät konnte in der Bochumer Werkstatt festgestellt werden, dass nur eine Zelle eine zu geringe Spannung lieferte. Die Recherche nach dem richtigen Ersatzteil war zwar lang und aufwändig – nachdem es der Auto-hersteller selbst nicht liefert –, aber „das fällt bei späteren Fällen jetzt weg“. Statt eines wirtschaftlichen Totalschadens war der Kunde mit Kosten von bloß 1.850 Euro zufrieden. Ähnlich war der Einsatz mit einem geräuschvollen Elektroauto, wobei es sich im Endeffekt um ein defektes Kugellager handelte. „Das kann jeder Mechaniker machen, das ist nichts Schwieriges“, meinte Dittmar. Nachdem Kunden erfolgreiche Reparaturen gern in entsprechenden Foren posten, kommen nun Kunden aus weiteren Einzugsbereichen nach Bochum.

„Die Industrie muss in Vorlage gehen“, appellierte Dittmar zum Schluss. „Wenn wir die entsprechenden Teile bekommen, können wir die Autos auch reparieren.“ Eine große Welle sei im Anbrechen, denn „die ersten Autos kommen jetzt gerade aus der achtjährigen Garantie heraus“.