Volvo ist heuer der Sieger bei den Premiummarken – zum ersten Mal seit 2017, als es noch den „Markenmonitor“ gab. Haben Sie das erwartet?

Magdalena Ebmer: Wir freuen uns extrem! Wir sind stolz, aber auch demütig, weil wir wissen, wie viel Arbeit dahintersteckt. Das ist keine Selbstverständlichkeit. Für uns ist der „Händlerradar“ seit Jahren ein echtes Arbeitsinstrument. Ich komme selbst von einem Händler und kenne die klassischen Pain Points.

Die Bewertung liegt heuer bei 7,92. Das ist viel besser als im Vorjahr (7,08) und noch deutlicher über dem Niveau von 2024 (6,58). Was sind die Gründe für diese Verbesserung – und Platz 4 in der Gesamtwertung?

Ebmer: Das ist eine absolute Teamleistung: Alle unserer 30 Mitarbeiter wissen, dass die Händler unsere ersten Kunden sind. Das ist ein wichtiger Zugang. Die Händler sehen, dass das, was sie sagen, auch gehört wird, sofern eine Umsetzung möglich ist. Mittlerweile gibt es mit unseren Händlern auch die Du-Kultur.

Ist das bei schwedischen Firmen nicht immer so, wie wir von IKEA wissen?

Ebmer: Das hat sich in den vergangenen Jahren durch verschiedene Veranstaltungen ergeben. Auch mit dem Händlerverband haben wir ein sehr gutes Verhältnis, Respekt und Vertrauen.

Dass bei den Neuwagen 70 Prozent eine Verbesserung, aber niemand niedrigere Ergebnisse erwartet, ist wohl eine Folge des neuen EX60, oder?

Ebmer: Dieses Auto ist ein echter Treiber. Wir haben bis Ende September bereits unser Jahresziel von 1.200 Einheiten erreicht. Aber es geht mit neuen Modellen in diesem Tempo weiter, insgesamt 7 wurden für Europa angekündigt und jedes Jahr ein elektrifiziertes Modell.

Das bringt auch Rang 1 bei der Attraktivität von Marke und Fahrzeugen innerhalb der Premiummarken.

Ebmer: Wir haben einmal im Jahr eine große Konferenz, und für die Händler ist der Moment der Handyabgabe, wenn ein neues Modell gezeigt wird, schon Gewohnheit. Die Investoren wollen ja wissen, wofür sie investieren. Bei den Reisen in die Zentrale sind Geschäftsführer und Verkaufsleitung dabei, während wir quartalsmäßig auch die besten Händler nach offenen Kriterien prämieren. Da geht es um die höchste Finanzierungsrate, die beste Loyalisierungsrate oder das beste Ergebnis bei der Kundenzufriedenheit.

Das beste Ergebnis unter allen 26 Marken erreichte Volvo unter anderem bei den Preisen für Teile und Zubehör. Warum?

Ebmer: Das ist die Basis für den Erfolg! Wir kennen die lokalen Gegebenheiten und es ist unsere Aufgabe, die Preisfindung mit der Zentrale so zu gestalten, dass es passt – also wo der Markt steigende Preise verträgt und wo nicht. 

Und wie erklärt sich Platz 1 bei der gefühlten Verbundenheit mit der Marke?

Ebmer: Seit ich 2022 bei Volvo begonnen habe, sehe ich, wie sehr wir alle zusammengewachsen sind. Die Zentrale hat auch die richtigen strategischen Entscheidungen getroffen. Es ist ein Uhrwerk, das zusammenspielt.

Unterdurchschnittlich schlecht sieht es bei der Lieferfähigkeit und Liefertreue des Importeurs für Neuwagen aus.

Ebmer: Hier haben wir wenig Handlungsspielraum am Markt, und in der Regel haben wir nie mehr als 6 Monate Lieferfrist. Aber bei einem stark nachgefragten Modell wie dem EX60 ist die Lieferzeit im ersten Erscheinungsjahr beeinträchtigt. Dass sich die Händler mehr Autos wünschen, ist klar. Das geht uns allen gleich. Es wird 2027 sicher eine Besserung geben.

Bleibt noch ein wichtiger Aspekt, der von den Händlern gelobt wird, nämlich der partnerschaftliche Kontakt zu den Verantwortlichen des Importeurs.

Ebmer: Wir haben wirklich eine sehr amikale Zusammenarbeit, oft auch über WhatsApp. Unsere Mitarbeiter verbringen auch je einen Tag im Sales und Service bei einem Händler ihrer Wahl, damit sie dessen Arbeit besser kennen lernen.