Die Automechanika in Frankfurt und weitere Fachevents im September, über die übrigens in großer Tiefe in der Oktober-Ausgabe von Auto & Wirtschaft berichtet wird, haben eindrucksvoll die Innovationskraft in der Branche an den Tag gefördert. Am jeweiligen Veranstaltungsort wurde aber vor allem eines sichtbar: Kfz-Business ist People-Business. Denn nirgends lässt sich so gut Netzwerken wie bei den zahlreichen Branchenveranstaltungen. Und nirgends sind unsere Ansprechpartner in Quantität und Qualität so stark vertreten wie bei eben diesen.
Künstliche Intelligenz ist auch im People-Business wichtig – denken wir an die Herausforderungen, welche die neuen Technologien mit sich bringen und wie wir lernen werden (müssen), damit auch umzugehen. Das wird Auswirkungen auf die Arbeit in den Redaktionen haben, dessen sind wir uns bewusst. Aus diesem Grund beschäftigen wir uns intern mit den vielfältigen Möglichkeiten und Einsatzzwecken der KI.
Verbindlichkeiten können nur Menschen schaffen
Was KI allerdings nicht kann, ist die Schaffung von Verbindlichkeiten. Jahre- oder jahrzehntelange, von gegenseitigem Vertrauen geprägte Beziehungen zu Branchenteilnehmern, die bei relevanten Informationen zu wichtigen Tippgebern mutieren, und dafür sorgen, dass Meldungen auf unseren Kanälen zuallererst publiziert werden – das können digitale Tools nicht bewerkstelligen. Oder den routinierten Verkäufer, der „seine“ Produkte in- und auswendig kennt und auch in schwierigen Gesprächs- und Verkaufssituationen die Argumente auf seine Seite ziehen kann – auch das wird zutiefst menschlich bleiben. Dass auch die handwerklichen Fertig- und Fähigkeiten, die es in der Werkstatt braucht, weiterhin fest in menschlicher Hand bleiben, muss hier nicht extra erwähnt werden.
Aber es wird zu Veränderungen kommen, das ist schon jetzt vielerorts spürbar. Digitale sowie Robotik-Lösungen halten Einzug in die Werkstatthallen, im Kundenservice geht ohne entsprechende digitale Organisation schon heutzutage vieles nicht mehr. Der demografische Wandel zwingt hier zu einem Umdenken: Für die gleiche oder mehr Arbeit wird künftig vielleicht nicht immer genügend Personal zur Verfügung stehen. Bei standardisierten, immer gleich ablaufenden Prozessen werden verstärkt digitale Helferleins zum Einsatz kommen, während der Mensch dort tätig sein wird, wo Spezialisierung, Gespür und Kundennähe gefragt sind.
Um wieder zum Anfang meiner Ausführungen zurückzukehren: Auf Fachveranstaltungen werden sich wohl auch in der Zukunft keine Humanoiden die Hände schütteln und angeregte Gespräche miteinander führen. Das können wir menschliche Individuen deutlich besser!
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