Er spannte den Bogen von der Karosserietechnik über künftige Instandsetzungstechniken bis zum Umgang mit verunfallten E-Autos. „Als KTI haben wir die wichtige Aufgabe, Fahrzeuge als reparaturfähig zu erhalten, das heißt, dass die Fahrzeuge überhaupt instandsetzbar sind und in die Werkstätten kommen und nicht als wirtschaftlicher Totalschaden entsorgt werden müssen. Es gibt verschiedene Faktoren, wo dieser Fall eintreten könnte, die wichtigsten betreffen die Bereiche Software, Verglasung, Scheinwerfer und die Karosserie an sich. Ein weiterer Faktor sind die Abschlepp- und Bergekosten, die zuweilen sehr hoch sein können, aber vermeidbar wären, wenn man mit diesen verunfallten Fahrzeugen richtig und fachgerecht umgeht. Wenn wir von Abschlepp- und Bergekosten reden, sehen wir in Deutschland regelmäßig Beträge von 4.000 bis 5.000 Euro bis zu 40.000 Euro, die in Rechnung gestellt werden“, so Helge Kiebach. Wenn dieser Fall eintrete, dann brauche man sich über die Reparatur wohl keine Gedanken mehr machen. Kostentreibend sei auch der Austausch von Scheinwerfern, die Ausgaben dafür könnten 1.000 bis zu 7.000 Euro betragen. Auch die Themen Kalibrieren und Justieren seien relevant, ein Windschutzscheibenwechsel mit verbauter Kamera müsse häufig kalibriert werden, was viel Aufwand bedeute. Oftmals gebe es eingeschränkte Reparaturmöglichkeiten an Bauteilen, etwa Stoßfänger mit Radarsensoren und damit verbunden einen entsprechenden Kostenanstieg. Im Kommen sei im Bereich der Karosserie das Thema Giga-Casting: Dieses sei kostengünstiger, da nicht mehr 70 oder 80 Teile für eine Heck-Bodengruppe hergestellt werden müssten, sondern das Bauteil in einem Guss produziert werde. Man sehe schon heute bei einigen Herstellern, dass der Vorderwagen aus einem Druckgussteil bestehe, im Heckbereich werde diese Technik bereits häufiger eingesetzt.

Herstellervorgaben prüfen

Äußerlich leichte Schäden könnten schnell zu wirtschaftlichen Totalschäden führen, wie Kiebach in seinem Vortrag betonte. Wenn man so ein Fahrzeug annehme, müsse man sich als Betrieb fragen, ob es für das Fahrzeug Ersatzteile gebe, wie teuer diese seien und wie lange die Ersatzteil-Lieferzeiten seien. Nach Prüfung der Herstellervorgaben könne man den Aufwand der Reparatur einschätzen und den Auftrag annehmen oder gegebenenfalls wieder ablehnen.