Der Neuwagen-Verkauf läuft besser als im ersten Quartal 2023, aber dennoch registrieren die Händler weiterhin eine gewisse Kaufzurückhaltung. Die Gründe dafür wurden — unter anderem — bei der 23. Welle des von puls Marktforschung GmbH in Kooperation mit Santander Consumer Bank GmbH sowie AUTO & Wirtschaft quartalsweise durchgeführten Händler-Trend Barometer Österreich abgefragt.

„Privatkunden empfinden die aktuellen Fahrzeugpreise als zu teuer“ trifft für 77 Prozent der befragten Markenhändler zu. 75 Prozent meinen, dass die Kunden hinsichtlich Finanzierungskosten bzw. höheren Finanzierungszinsen verunsichert sind. 74 Prozent machen die zurückgegangene Kaufkraft für die Zurückhaltung verantwortlich. Die Kunden könnten sich ein neues Fahrzeug oft nicht mehr leisten. Die Unsicherheit betreffend der Antriebs-Systeme sehen noch 50 Prozent der Händler als Hemmnis, für 20 Prozent trifft das nicht zu. Die Vertriebssysteme (14 Prozent) sowie die langen Lieferzeiten (11 Prozent) spielen nach Meinung der österreichischen Markenhändler bei der Kaufzurückhaltung der Privatkunden keine wesentliche Rolle.

Lieferzeiten deutlich verbessert

Die Einflussfaktoren für das Frühjahrs-Geschäft haben sich laut dem Händler-Trend Barometer Österreich sehr unterschiedlich entwickelt. So sind 61 Prozent der befragten Händler der Meinung, dass sich die Lieferzeiten verbessert hätten. Überwiegend Verschlechterung sehen die Kfz-Betriebe bei den Finanzierungskosten und -zinsen (50 Prozent), bei der Kaufkraft der Kunden (49 Prozent) sowie bei den Fahrzeugpreisen (44 Prozent). Beim Angebot der von den Kunden gewünschten Fahrzeuge bzw. Antriebe sind die Meinungen ausgewogen: 29 Prozent sehen Verbesserung, 24 Prozent eine Verschlechterung und 47 Prozent meinen, dass das Angebot unverändert geblieben ist.

Händler fordern Finanzierungs-Unterstützung

Im variablen Teil des Händler-Trend Barometer Österreich wurden Maßnahmen gegen die Kaufzurückhaltung abgefragt. Dabei wurde die Finanzierungs-Unterstützung von 90 Prozent der befragten Marken-Händler als (sehr) wichtig bewertet. Günstigere Modelle wurden von 86 Prozent angegeben, Aktionen von 85 Prozent. Eintausch-Aktionen sind für 69 Prozent der Kfz-Betriebe (sehr) wichtig. Werbung und Marketing (63 Prozent), Rabatte (55 Prozent) und Angebot von Paketen (z. B. mit Service oder Reifen, 44 Prozent) werde etwas weniger oft als (sehr) wichtig genannt. Kurzzulassungen werden nur mehr von 26 Prozent der befragten Marken-Händler als (sehr) wichtig angegeben, 43 Prozent sehen diese Maßnahme als weniger wichtig bis unwichtig an.

Finanzierungsrate steigt wieder

Die Finanzierungspenetration beim Neuwagen ist nach einem stetigen Rückgang seit Q4/2022 nun wieder gestiegen und erreicht – nach Angaben der befragten Händler – mit 50,1 Prozent einen der höchsten Werte seit dem Start des Händler-Trend Barometer Österreich im Jahr 2018. Die höchste Finanzierungsrate wurde in Q3/21 mit 52,55 Prozent erreicht, die niedrigste unmittelbar darauf in Q4/21 mit 45,08 Prozent. Beim Gebrauchtwagen ist die Rate ebenfalls wieder gestiegen, auf 34,53 Prozent.