Zweieinhalb Meter lang, jeweils eineinhalb Meter breit und hoch: Die Rede ist nicht vom Pariser Urmeter, sondern vom Ur-smart. Jenem Winzling, der die Branche Ende der 1990er-Jahre veränderte. Jene, die (wie ich) schon länger dabei sind, erinnern sich: Holpriger Verkaufsstart, Rückrufaktionen, Nachbesserungen, ständig Diskussionen über das Ruckeln beim Schalten. Und doch: Das Auto setzte sich durch, wenn auch nicht im erwarteten Ausmaß, obwohl man den smart später sogar mit Dieselmotor oder als Roadster kaufen konnte; selbst das nette Cabrio konnte das Steuer nicht wirklich herumreißen.
2,70 Meter lang war der Nachfolger, und in der weiß-blauen Lackierung war er jahrelang im Carsharing aus dem Wiener Stadtbild nicht wegzudenken. Ja, der smart hatte seine Fans, vor allem auch in engen Städten Italiens und manchmal sogar in den USA und in Japan. Doch vor 2 Jahren kam das Aus für die Verbrennungsmotoren, als Elektro-Auto fand der smart aufgrund des relativ hohen Preises und der geringen Reichweite kaum noch Käufer (und wird dennoch weiterhin angeboten).
Und die Zukunft? Die konnte man sich in Österreich am 26. April erstmals in Wien ansehen. Ganz ehrlich: Geblieben ist vom bisherigen smart gerade der Schriftzug und – wenn man so will – der Elektroantrieb: Doch die Reichweite soll nun jenseits der 400 Kilometer liegen, die Länge beträgt 4,27 Meter, hat also in etwa das Niveau eines VW Golf.
Preise? Gibt es noch nicht, schließlich werden die Autos erst im Mai 2023 bei den Händlern eintreffen. Neun davon soll es in Österreich geben, je einen pro Bundesland; die Gespräche laufen bereits. Und es verwundert nicht, dass es (zumindest vorerst) ausschließlich Mercedes-Agenten sind, die das Fahrzeug ausstellen und die Kunden beraten werden, auch wenn die Marke mit dem Stern nur noch 50:50-Partner von Geely ist. Das Auto wird auch in China gebaut, im bisherigen smart-Werk in Hambach wird jetzt der Ineos Grenadier gefertigt.
Bestellt wird der smart #1 (so die Bezeichnung) entweder online oder beim Agenten, stets zum gleichen (nicht verhandelbaren) Fixpreis. Man darf gespannt sein, wie das Auto bei den Kunden ankommt, zumal die Konkurrenz groß ist (und immer größer wird).
Die Stammkunden, die ein kleines Auto für die Stadt wollten, werden sicher nicht vollzählig umschwenken, das ist sicher. Und es würde mich nicht wundern, wenn die Preise für gebrauchte smart demnächst anziehen werden. Denn das, was es einmal gab, ist bald unwiderruflich verloren.
Mehr Details zum Neustart von smart lesen Abonnenten in der AUTO-Information Nr. 2617 vom 29. April.
Der A&W-Verlag bildet ein breites Meinungsspektrum ab. Kommentare müssen nicht der Meinung des Verlages entsprechen.
