Konkret gefordert wird, dass nun 70.000 leerstehende Parkplätze in den Bezirken Simmering, Hietzing, Floridsdorf, Donaustadt und Liesing mit Bäumen bepflanzt, Parkmarkierungen auf Gehsteigen entfernt oder mehr Radständer in Parkspuren errichtet werden. Außerdem sollen sämtliche Schulvorplätze autofrei oder verkehrsberuhigt und Projekte für Begegnungszonen vorangetrieben werden. Jetzt müssten die Stadtregierung und die Bezirke rasch handeln, sonst würden sich "diese freien Plätze mit Autos, die bis jetzt in Garagen geparkt hätten, wieder füllen", meint die Grün-Gemeinderätin Heidi Sequenz.
Mittlerweile werde ich das Gefühl nicht los, dass selbst die von der grünen Umweltministerin Leonore Gewessler landauf und landab als „DIE Lösung“ gegen den Klimawandel propagierte individuelle E-Mobilität ihren Wiener ParteifreundInnen ein Dorn im Auge ist.
Denn deren pathologischer Auto-Hass – das (einzig) dominierende Kernthema in dieser Partei – keimt in periodischen Abständen immer wieder auf und so könnte eine Fortsetzung finden, was in einigen Wiener Grün-regierten Bezirken wie in etwa in Neubau und in jüngster Vergangenheit auch im Nobelbezirk Währing bereits gang und gäbe ist: Nachdem dort Anrainern das Parkpickerl als Allheilmittel gegen Parkraumnot aufgeschwatzt wurde, wird die Anzahl der Parkplätze sukzessive und brutal reduziert.
Straßenecken werden mit Radständern, an denen unzählige Fahrradwracks fixiert sind, zugepflastert. Viele Neugestaltungs-Projekte scheinen – mit einem krampfhaft verordneten Grün-Touch versehen – vor allem einem Ziel zu dienen: Der weiteren Vernichtung von Parkraum.
Das politische Ansinnen ist leicht durchschaubar: Es geht darum, den Wienerinnen und Wienern das Autofahren zu vermiesen. Einerseits sollen die Anrainer ein Parkpickerl kaufen, andererseits finden sie in manchen Bezirken kaum mehr Flächen, um ihren Wagen abstellen zu können.
Die permanente Piesackerei der 14,8-Prozent-Partei hat Erfolg: Von Jahr zu Jahr verzichten mehr Wienerinnen und Wiener auf das Auto. Auch wenn das Fans der Grünen vielleicht nicht wahrhaben wollen: Die Autowirtschaft mit den daraus lukrierten Steuern trägt maßgeblich zum Budget bei und sichert auch in der Bundeshauptstadt tausende Arbeitsplätze. Sollte es dennoch gelingen, Pkw weitgehend aus der Stadt zu verbannen, werden sich wohl auch RadfahrerInnen auf den aus Steuern finanzierten Straßen nicht mehr kostenfrei bewegen dürfen.
Und vielleicht haben die Grünen, die 85,2 Prozent der Wienerinnen und Wiener nicht gewählt haben, im Zuge ihrer aufdringlichen und zuweilen fast unerträglichen Klientel-Politik noch etwas vergessen: Die Wiener Bevölkerung besteht nicht nur aus sportlichen StudentInnen, die auch bei Schneestürmen, Platzregen und Gluthitze unverdrossen in die Pedale treten. In dieser Stadt leben zahlreiche ältere, behinderte, kranke und gebrechliche Menschen, die ihr Fahrzeug dringend benötigen. Diese können weder mit den Lastenfahrrad einkaufen gehen oder ihren Nachwuchs durch die Gegend karren, noch per Drahtesel zum Arzt fahren.
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