Was vor Corona völlig normal war und regelmäßig in den großen Messehallen Österreichs stattgefunden hat, ist seit Ausbruch der Corona-Pandemie praktisch undenkbar gewesen. Besucherscharen, die sich durch Messestände zwängen – ohne Abstand und (meistens) ohne Maske – und sich über die neuesten Angebote der örtlichen Händler informieren. Doch mit der MotionExpo2022 ist ein großer Schritt zurück gemacht worden. Zurück aber nicht im Sinne eines Rückschritts was das Angebot betrifft, sondern ein Schritt zurück in Richtung lang ersehnter Normalität. Auch wenn die Zahl der Besucher (laut Veranstalter waren es rund 12.000) unter jener früherer Jahre lag.
Diese Normalität ließ einen fast vergessen, was die vergangenen zwei Jahre schon praktisch selbstverständlich war: die Sorge davor, sich mit dem Coronavirus anzustecken. Natürlich sah man auch in Graz einige Menschen, die auf den Schutz ihrer FFP2-Maske nicht verzichten wollten – was angesichts der hohen Infektionszahlen der vergangenen Tage verständlich ist. Dennoch war dem Großteil der Besucher und Aussteller die Freude über eine Veranstaltung wie damals ins Gesicht geschrieben.
Nach zwei Jahren voller Maskentragen, Abstandhalten, Desinfektionsmittel und Social Distancing war die Sehnsucht nach Normalität groß. Es ist eben doch etwas anderes, sich vor Ort von Angesicht zu Angesicht zu unterhalten als sich via Online-Meeting durch einen Vortrag führen zu lassen. Besonders wenn es um eine Kaufentscheidung geht, die sich schnell im fünfstelligen Bereich abspielt.
Nachdem die AutoEmotion 2020 als erste Messe der Corona-Pandemie zum Opfer fiel, war die MotionExpo jetzt die erste große Automesse der „neuen Zeitrechnung“. Die Branche freut’s und es bleibt zu hoffen, dass es der erste von vielen Schritten zurück zur lang ersehnten Normalität war.
Der A&W-Verlag bildet ein breites Meinungsspektrum ab. Kommentare müssen nicht der Meinung des Verlages entsprechen.
