In zwei Jahren Corona-Pandemie haben wir es vermieden, Kritik an den einzelnen Maßnahmen (in einem komplexen Ganzen) zu üben. Gerade in der (vorläufigen) Endphase der Pandemie wird aber aufgrund des typisch österreichischen Mittelweges eine schwer nachvollziehbare Belastung der Wirtschaft erzeugt.
Die komplette Öffnung in Verbindung mit der Beibehaltung der strengen Quarantäne-Regeln bringt große Probleme für die Betriebe. Dabei wird sowohl die Öffnung wie auch die Quarantäne ihre Befürworter und ihre Gründe haben, das Einzelne soll hier nicht diskutiert werden. In der Kombination ist es jedoch unsinnig.
Weiterhin hohe Infektionszahlen führen zu einer hohen Zahl an Quarantäne-Fällen. Das führt zu einem Mangel an einsatzfähigen Mitarbeitern, quer über alle Branchen. Im Kfz-Bereich, wo ohnehin akuter Fachkräftemangel herrscht, treten gerade jetzt zum Start der Reifen-Saison große Probleme auf. Mitarbeiter fallen aus, teilweise müssen ganze Betriebe vorübergehend gesperrt werden.
Zynisch ausgedrückt: Jugendliche dürfen einen Abend in die Nachgastronomie und müssen dann 10 Tage daheimblieben, der gesamte Haushalt gleich mit. Aber auch die Lage in den Schulen bringt viele Eltern in Quarantäne.
Speziell die Regelung, dass Familienmitglieder im gleichen Haushalt ohne Test und ohne Freitest-Möglichkeit 10 Tage in Quarantäne müssen, führt dazu, dass teilweise gesunde Menschen weit über eine Woche zuhause bleiben müssen.
Vielleicht kommen die Öffnungen zu früh, vielleicht sind die Quarantäne-Bestimmungen zu streng. Die aktuelle Regelung widerspricht sich in jedem Fall und schadet der Wirtschaft. Es braucht dringend eine vernünftige Lösung.
PS: Nutzen Sie zumindest die Entschädigungsansprüche im Quarantänefall. Infos gibt es bei der Wirtschaftskammer Österreich oder bei Ihrem Steuerberater.
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