„Theoretisch sind ÖVP und Grün, Wirtschaft und Ökologie“, pflichte ich Kurier-Wirtschaftsredakteurin Daniela Kittner bei, „eine akzeptable Kombination für diese Zeit.“ Aber es mehren sich die Zweifel, ob die beiden Parteien nachhaltige Weichenstellungen zur Krisenbewältigung schaffen.
Allein in unserer Automobilwirtschaft trudeln täglich Horrormeldungen über Betriebsschließungen, Personalabbau und Leistungsverlust herein. Es sind mehr und mehr Traditionsbetriebe davon betroffen, Ankerplätze lokaler Wertschöpfung gehen verloren.
Wir als lupenreiner Auto(fach)verlag schreiben nahezu täglich über den Nervenzusammenbruch traditioneller Marktgestalter – Beispiele Frey, Mitterbauer, Havelka u. v. m., die auf unterschiedliche Art und Weise ihren Ausweg aus der Krise nehmen. Aber wir berichten auch von Unternehmen mit unglaublicher Performance. Hier seien exemplarisch Denzel, Vogl, Unterberger, Ebner, Öllinger oder Radauer angeführt oder auch Autoteileversorger Klein, Werkstattausrüster Kastner bzw. Schmiermittelanbieter Liqui Moly.
Es ist äußerst „UNnachhaltig“, mit fiktiven Öko-Milliarden Politik zu inszenieren, die Realität in der Bevölkerung aber zunehmend anders wahrgenommen wird. Im Gegenzug sparen die Hersteller Milliarden durch Personalabbau ein und steigern dennoch ihre Gewinne – wiederum in Milliardenhöhe. Die politischen Energien fließen anderswo hin. Zum Beispiel in die Weltrettung: klingt gut, ist im Erfolg jedoch schwer festzumachen, also ideal, parteipolitisches Unvermögen zu kaschieren. Breite Medien spielen unreflektiert mit.
Kommen wir zurück in die Realität: Wir von AUTO & Wirtschaft sehen uns als Informationsdienstleister. Im Pro und Contra lassen wir Juristen von Herstellern/Importeuren und Fahrzeughandel gleichgewichtet zu Wort kommen. Die erste Überschrift lautet: KUNDENDATEN her oder kein AUSGLEICHSANSPRUCH!
Schon die Einleitung ist spannend: Bei Beendigung eines Händlervertrages gehen Händler regelmäßig vom Bestehen eines Ausgleichsanspruchs aus. Gleichzeitig meinen dieselben Händler – vor allem, wenn sie für andere Marken weiterhin tätig sind – regelmäßig, dass der Importeur „ihre“ Kundendaten nicht nutzen dürfe. Das geht sich rechtlich nicht aus.
In unserer AUTO-Wirtschaft-Printausgabe März 2021 lesen Sie dazu die jeweiligen juristischen Standpunkte. Im Hinblick auf das von beiden Seiten demnächst erwartete PSA-Urteil zum „Missbrauch der marktbeherrschenden Stellung“ ist das eine passende Ouvertüre. Und: Böse sind immer die anderen!
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