Derartige Ereignisse stimmen das Arbeitsvolk vor allem abseits der Westbahntrasse hoffnungsvoll. Und 650 Millionen fließen für die Erneuerung von Heizungen, zweistellige Millionen-Förderbeträge in die E-Mobilität usw. Im Gegenzug gibt es horrende NoVA-Belastungen für Klein-Nutzfahrzeuge, damit die KMU weiter in ihrer Konkurrenzfähigkeit eingeschränkt werden. Dafür werden neue Öko-Arbeitsplätze versprochen, doch keine finden sich in ausreichender Zahl.

Faktenverweigerer haben regen Zulauf – nicht nur auf den Straßen und Parallelwelten der Wut und des Hasses im Internet. Während wir mit dem Coronavirus noch lange leben werden müssen, besteht Hoffnung, dass die Pseudoweltverbesserer, die den von unserer Elterngeneration erschaffenen Wohlstand verprassen, rasch an Wirkung verlieren.

Währenddessen verändert sich massiv die Handelslandschaft, jedoch nicht nur ins Internet. Immer unverblümter optimieren Hersteller & Importeure ihre Vertriebsnetze und mittels Agenturmodell die Verlagerung von Zusatzkosten zum Händler oder gar zum Autonutzer.

Burkhard Riering von der Fachzeitung „Automobilwoche“ zitiert den Verlust von 400.000 Jobs allein in der deutschen Automobilwirtschaft, um sogleich Chancen auf neue Arbeitsplätze zu artikulieren. Entscheidend für ihn ist die Innovationsfähigkeit, immer mehr abseits des klassischen Automobilbaus. Alles Jobs, die es noch nicht gab beziehungsweise gibt.

Von der Effizienzplanung und Produktionssteigerung durch Rationalisierung und Digitalisierung wird gesprochen. Künstliche Intelligenz übernimmt die Regie. Für die rapide wachsenden Arbeitslosenzahlen gibt es keine Effizienzplanung, schon gar nicht von den Gewerkschaften. Kündigungswellen und Einstellungsstopps stehen auf der Tagesordnung und bei Zukunftsthemen wie Cloud Computing, das Neueinstellungen verlangt, sucht man gern außerhalb unserer Grenzen nach kundigen Billigkräften.

Wer letztendlich aus der von der Pandemie zusätzlich befeuerten Wirtschaftskrise gestärkt hervorgeht, ist eine gute Frage. Auf das Wie fehlt die Antwort, vor allem den Grünen, die verstrickt sind zwischen kühner Vision und harter Realität.

Robust und nachhaltig werden wohl die konventionellen Vertriebssysteme in den Regionen herhalten müssen. Sie sind der Schlüssel für die Zukunft des Automobils, die bei entsprechender politischer Akzeptanz auch die Steuerlasten mitzutragen imstande sein werden.

Online mag zwar als zweites Standbein taugen, ist jedoch bei noch so heroischem Einsatz vom Wohl und Weh der Giganten abhängig. Die haben das Geld, während das „Rückgrat der Mobilität“ weiter leer zwischen den Bahnhöfen pendelt und nicht vorhandenes Steuergeld verprasst.

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