Mitten drinnen in aktuell 8 Prozent gegenüber 2019 verminderter Wirtschaftsleistung retten uns unter den Augen der regierenden Wirtschafts(?)partei die Grünen mit ihrem Decarbonisierungswahn die Welt. Sie versprechen neue Öko-Arbeitsplätze. Nur, wo sind sie?

Derweilen rollt die Insolvenzwelle heran, die Arbeitslosenzahlen steigen weiter, doch die Pandemie-Maßnahmen der Regierung greifen bereits. Milliarden Euro sonder Zahl werden unters Volk geworfen, und das alles bei weiter sinkenden Steuereinnahmen. Kapiert, was die Experten da anstellen?

Wenn man Corona bei uns bekämpfen will, hat man zwei Probleme. Erstens Corona, zweitens die Österreicherinnen und Österreicher. Davon gibt es zwar viel weniger als beispielsweise Chinesen. Das macht es nicht einfacher, dafür haben wir jede Menge Experten für alles und für jedes. Sie haben jedoch die Angewohnheit, dass sie nie Fragen stellen. Es interessiert sie nicht, ob es einer begreift. Oder auch nur interessiert. Sie wollen einfach erklären. Endlich mal sagen können, was schwierig zu beweisen ist.

Die Ansage von GM-Chefin Mary Barra, die Opel dem französischen Firmenfresser Tavares serviert hat, gleicht einer Revolution: Der US-Autobauer verkauft ab 2035 nur noch emissionsfreie Pkws. Dazu scheinheilig die journalistische Expertenmeinung: Das Vorhaben zerstört womöglich den letzten Rettungsplan für den Verbrennungsmotor – auch in Europa!

Aber was soll’s! Die Jänner-Neuzulassungen 2021 sind bei uns und in Europa unterirdisch und im Februar läuft es um nichts besser. Auch nicht bei den hochsubventionierten Stromern.

Dennoch schätzen unsere Experten den Automarkt „gar nicht so schlecht“ ein. Lustig – ich schon gar nicht – findet das schon lange keiner mehr. Früher breitete sich die „Expertitis“ vor allem am Stammtisch aus. Mit jeweils begrenzter lokaler Wirkung im Positiven wie im Negativen. Heute spielt sich die Expertise im Internet ab – mit den Likes und viel Shitstorm.

Unser Arbeitsminister Martin Kocher selbst hat eine Expertin im eigenen Haushalt. Verheiratet mit der oberösterreichischen Wirtschaftswissenschaftlerin Natalie Kocher, die seit 2001 für den Lastwagen- und Busbauer MAN in führender Position arbeitet, könnte ihm sagen, wie vielleicht 2.300 Jobs erhalten bleiben könnten. Aber pfui, das passt nicht hier her! Die Expertise ist nüchtern: Die Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit erreichen bereits die Millionengrenze.

Denke ich das exponentielle Experten-Wachstum weiter, eröffnen sich für unsere Kfz-Branche großartige Chancen. Ich bin überzeugt, dass es weiterhin lukrative Geschäftsmodelle mit dem konventionellen Auto gibt als ideologische Handgreiflichkeiten von der Politik.

Sie zweifeln am Gelingen meiner Expertise? Sie wissen jetzt schon, dass allein die E-Mobilität funktionieren kann? Und Sie kennen noch mindestens drei andere, die wissen, dass meine Ansicht nicht funktioniert? Sehr interessant. Das müssen Sie mir unbedingt erzählen!

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