Mittlerweile spielen sich vor allem die Deutschen als „CO2-Moral-Weltmeister“ auf und Österreich eifert diesem Anspruch nach. Manchmal gewinnt man den Eindruck, als glaubten viele, wir allein in Zentraleuropa könnten mit einem Feldzug gegen das Auto die Welt(klima)probleme lösen.

Im Windschatten versuchen die Grünideologen von Türkis Gnaden die Bevölkerung auf ihre Politik und Kultur umzuformatieren. Koste es was es wolle. Und wissend, dass die Pandemie langfristig keine Klimaverbesserung bringen kann. In dieser Situation uns den Klimaschutz als Weltheilmittel vorzuschieben bedeutet, etwas kleinreden, um etwas kleinzuhalten.

Erstmals seit 14 Jahren ist bei uns die Erwerbstätigenzahl gesunken. Ende 2020 sind in unserem Land 520.000 Menschen ohne Beschäftigung und 417.000 in Kurzarbeit – Tendenz weiter steigend! Sofort verfügbare Jobs fielen um 23 Prozent auf 50.600 Angebote. Wo bleiben die von den Grünen bei der Wahl in Aussicht gestellten ökologisch basierten Jobs?

Zu Weihnachten und Neujahr nahm sich die Regierungsspitze heraus, keine Panik zu schüren, doch das Virus wütet gegen alle Evidenz weiter. Nun ist der Lockdown außer Kontrolle geraten. Wie lange können wir uns diesen Zustand bei wöchentlich deutlich über eine Milliarde Euro anwachsenden Schulden leisten?

Lieber will die Koalition Politik, Wirtschaft und Kultur auf ihre ideologischen Erfordernisse umformatieren. In ihren schlingernden Reden geht es ihr um politischen Machterhalt als um Überzeugungen. Herz und Verstand hat im von Corona beschleunigten wirtschaftlichen Ausnahmezustand zunächst keinen Platz.

Nehmen wir Stellantis, die bevorstehende Fusion von Fiat Chrysler mit PSA zum dann viertgrößten Autokonzern der Welt mit 14 Automarken. Der neue Gigant birgt dann 5 Milliarden Euro Einsparungspotenzial in sich. Dessen künftige Zauberchef Carlos Tavares will die damit verbundenen Sparinvestitionen u.a. mit dem vermehrten Verkauf PS-starker und lukrativer Pick-ups namens RAM auf dem US-Automarkt finanzieren.

Wo bleibt der Grünen Aufschrei? Wenn die Grün-Türkisen der Kostenwahrheit und dem Klimaschutz das Wort reden, müssen sie auch die Auswirkungen auf dem Arbeitsmarkt im Blick behalten. Ohne Produktion und Vermarktung gibt es keine Lohnleistung, werden die Schulden explodieren.

Mit Blick auf den raschen Erfolg der Impfkampagne zeichnet sich bei vielen Hoffnung ins Gesicht. Lässt sich mit dem Impfstoff das Virus aufhalten, sollte sich mit Herz und Vernunft auch die herrschende politische Verirrung aufhalten lassen, die unsere Wirtschaftsleistung lähmt. Ich habe das Gefühl, was politisch nicht gewollt ist, darf nicht sein. Nicht nur in den USA, wie wir aktuell erleben.

„Wenn wir UnternehmerInnen unsere Interessen nicht selbst vertreten“, zitiere ich Ing. Josef Schirak am Ende seiner über 53 Jahren Interessenvertretung, „wer sonst sollte dies wohl für uns tun?“ Zum wirtschaftlichen Wohle aller Gesellschaftsschichten unseres Landes ist von der derzeitigen Koalitionsregierung diesbezüglich wenig zu erwarten.

Mit verstärkter Öffentlichkeitsarbeit, appelliert Komm.-Rat Prof. Burkhard Ernst an die Kfz-Branche, den Regierenden klar zu machen, dass die konventionelle Autowirtschaft einschließlich neuer Antriebsarten jährlich weit über 10 Milliarden Euro in die Staatskassen spült, entsprechend Respekt einzuräumen ist.

Es braucht rasch Perspektiven, z. B. Transparenz und Kooperation zwischen Regierung und Opposition, unsere (Fahrzeug)Wirtschaft nach Corona wieder auf die Erfolgsspur zurückzubringen – zum Wohl unseres Landes.

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