Zu Anfragen, ob es stimmt, dass Teslas aus chinesischer Fertigung nun auch nach Europa kommen bzw. ob diese auch in Österreich ausgeliefert werden, hüllt man sich seitens der Presseverantwortlichen seit Wochen in Schweigen. Jetzt kann uns eigentlich egal sein, woher Tesla seine Fahrzeuge für den österreichischen Markt nimmt und ob hier eine bewusste „Vermischung" in Belgien stattfindet, aber ich denke, dass die meisten Käufer sich ihren (nicht billigen) Traum von einem amerikanischen „Elektrowunderfahrzeug" erfüllen wollen und „not amused" sind, wenn dann das Fahrzeug in einer deutlich günstigeren Fertigung in Fernost zusammengebaut wurde. Der Gedanke an den Begriff „Etikettenschwindel" lässt sich im Kopf kaum abwehren und die Idee, ob es für weniger Geld vielleicht auch ähnliche Fahrzeuge – auf den Börsen mit hohen Erfolgsaussichten bedachter Marken – wie BYD, Geely oder Nio sein können.
Gerade in Zeiten, in denen die Absatzzahlen sinken und der Wettbewerb härter wird, sollten die Markenwerte gepflegt und Authentizität hoch gehalten werden. Ob sich nicht aus Daimlers Überlegungen, Kosten in der Motorenfertigung einzusparen und Produktion sowie Entwicklung mit Geely nach Fernost zu verlegen, auch ein sprichwörtlicher Schuss in´s eigene Knie entwickelt? Auch wenn schon jetzt viele Fahrzeugteile in Asien produziert werden: Ob sich im Marketing oftmals bemühte „Fahrzeuge aus deutscher Qualitätsfertigung" mit einem „Herz aus China" besser verkaufen lassen?
Die Zeit wird es uns zeigen, ob die „Wette" der Daimler-Führungsetage aufgeht. Ebenso wie die Reaktionen der „Tesla-Jünger" zur Herkunft ihrer Fahrzeuge. Und auch ob die Autohändler ähnliche Kreativität entwickeln um ihrerseits die Kosten nach unten zu drücken.
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