Dem 1-2-3-Ticket-Versprechen von Umweltministerin Leonore Gewessler geht schon vor dem Vollstart das Geld aus und die Industrie trickst ihre eigenen Verbrenner gegen die politisch gewollten E-Mobile aus. Die Milliarden steuernbringende Autowirtschaft (95 % Verbrennermotoren-Anteil) wird beschnitten, um im Gegenzug das Minderheitenprogramm E- bzw. Alternativmobilität (5 %) teurer zu subventionieren. Das ist ein Spiel mit dem Wahnsinn!
Der staatliche 50 Milliarden Euro „Koste-es-was-es-wolle“-Geldsegen, so schien es allen Beteiligten, sollte uns eine ganze Weile reichen und Corona werde ja irgendwann vorbei sein. Kein Zeitdruck also. Zum anderen haben wir uns die Lage vor ein paar Monaten noch rosig vorgestellt. Zu rosig.
Jetzt befinden wir uns im zweiten Lockdown und die staatlichen Hilfsprogramme werden bei Weitem nicht reichen. Leider ein globales Problem! Immer mehr halten es für wahrscheinlich, dass unserem Staatshaushalt im nächsten Jahr das Geld ausgehen könnte. So muss die Regierung die Ausgaben schleunigst beschränken, ansonsten „fressen die Kosten das Budget auf“.
Es ist eine unheilvolle Gemengelage für das Kurz-Kogler-Regime. Niemand kann voraussagen, wie lange Covid-19 uns in Beschlag nehmen wird, der Winter und das Frühjahr werden für unsere gesamte Wirtschaft hart und herausfordernd. Die Stimmung in der Bevölkerung beginnt eisig zu werden.
Wirtschaftsfachleute gehen davon aus, dass es zum Jahresende Wertberichtigungen geben wird, dass also große Teile z. B. der Autoindustrie deutlich weniger wert sind als bislang in den Bilanzen angeführt. Wohlgemerkt trifft das auch andere wichtige Säulen unserer Wirtschaft.
Steht uns ein Deadlock bevor, also eine unauflösbare Situation?
Was machen indes die Autokonzerne? Während sie allein in ihrem Wirkungskreis der Zuliefer- und Servicewirtschaft Hunderttausende Jobs vernichten, investieren sie – ohne längerfristig ausreichende Wertschöpfungschancen – Milliarden in neue Technologien und Fertigungsanlagen. Und beweisen müssen sie die vollmundigen Investitionen im Detail ja auch nicht.
Jedenfalls kämen die Führungsleute gesichtswahrend aus dem Schlamassel heraus und am Ende könnte eine verschlankte Autoindustrie mit doch wieder Verbrennermotoren in einer hybriden Angebotsmitte entstehen. Für Beobachter eine durchaus realistische Szenerie. Und zahlen müssen die Differenz sowieso wir Steuerzahler.
Währenddessen halten die vorgeblichen Rationalisierungsopfer die Stellung, um unsere lokale Wirtschaft am Leben zu erhalten! Sich auf die Start-up-Emporkömmlinge zu verlassen, wäre der nächste Einschätzungsfehler.
