Teilegroßhändler auf einen Blick miteinander vergleichen, hat sich auteon-Geschäftsführer Florian Pinger mit seiner in München ansässigen Online-Plattform auf die Fahnen geschrieben.

In einer kostenlosen Testphase seien gleich zum Marktstart über 800 Werkstätten auf die Vergleichsplattform aufgesprungen, bis Jahresende 2020 sollen es 1.200 sein. Der Erfolgsschlüssel soll die Grätsche zwischen Werkstatt und Großhandel sein, eine Lizenzgebühr der Werkstatt zu monatlich 39 Euro sollen auteon neben Kooperationen mit Handel und Industrie die nötigen Einnahmen sichern.

Dabei nutzt die Plattform die gleichen Informationen, die auch den Werkstätten zur Verfügung stehen, sie stellt die Ergebnisse lediglich gebündelt und übersichtlich dar und erreicht eine erhebliche Zeitersparnis, wie Pinger erläutert.

Im Vergleichsprozess werden neben der Verfügbarkeit und dem Preis auch die Produktqualität (Unterscheidung zwischen Original-, Ident- oder Nachbauteil) transparent gemacht. Die Vergleichsplattform will gleichzeitig auch die zusätzlichen Vorteile des jeweiligen Großhändlers wie die Liefergeschwindigkeit, Schulungen, Retourenabwicklung, Finanzierung oder Liefertreue hervorheben.

Für Pinger, der 2021 sein Angebot auch auf Österreich ausweiten will, ist die Kombination aus all diesen Faktoren das entscheidende Kriterium für die Lieferantenwahl – nicht der Preis allein. Diesen Ansatz will man stützen und den Händlern die Möglichkeit geben, ihre Mehrwerte darzustellen, und die bestehenden Handelsstrukturen nicht direkt beeinflussen, wie auteon im Sommer zum Teststart dem deutschen Fachmagazin „kfz-betrieb” bereits erörtert hat.

Die Werkstatt soll entscheiden, wo sie kaufen möchte, und kann beispielsweise selbst eine Liste präferierter Händler erstellen. Sollte es zu einer Bestellung kommen, löst die Plattform diese lediglich zu den jeweiligen Konditionen aus und greife nicht weiter in den Prozess ein.

Dass auteon der Teileindustrie gewissermaßen als Testballon zur künftigen Direktvermarktung dienen könnte, will zum Zeitpunkt noch niemand beantworten.

Weitere Details finden sich in unserer AUTO-Information Nr. 2546, die am 13. November 2020 erscheint.