Vor allem der motorisierte Individualverkehr geriet – nicht nur im Vorfeld der Wiener Wahl – immer wieder ins Visier der verbohrten Öko-Bürokraten, die in ihrer Propaganda den Kraftverkehr notorisch zum Umweltsünder Nummer 1 auserkoren hatten, während andere bedeutende Emissionsfaktoren wie Industrie, Hausbrand oder Fremdeintrag kaum thematisiert wurden. 

Das gipfelte in Aktionen wie dem Aufstellen eines Planschbeckens auf einer belebten Kreuzung am Wiener Gürtel oder der Eröffnung umstrittener Pop-Up-Rad-Wege auf Wiener Hauptverkehrsstraßen. Die von der grünen Wiener Vizebürgermeisterin mit süffisantem Lächeln und salbungsvollen Klima-Floskeln verkündeten Maßnahmen schienen vor allem einem Zweck zu dienen: Dem gezielten und künstlich herbeigeführten Sekkieren der Wiener Autofahrerinnen und Autofahrer. 

Die Grünen, die in den vergangenen 10 Jahren gemeinsam mit der Wiener SPÖ die Bundeshauptstadt regierten, dürfen aus heutiger Sicht – wohl nicht zuletzt auch aufgrund ihrer provokanten Klientel-Verkehrspolitik – kaum mehr mit einer neuerlichen Regierungsbeteiligung rechnen. 

Nun ergibt sich – vorausgesetzt, die Koalitionsverhandlungen zwischen SPÖ und Neos finden ein positives Ende – die Chance, in Wien eine kluge und effiziente Klimapolitik zu etablieren, ohne ständig mit erhobenem Zeigefinger gegen den Individualverkehr zu wettern. Die freie Wahl des Verkehrsmittels, sei es das Fahrrad, das Zweirad, die Öffis oder eben auch das Auto, darf keinesfalls in Frage gestellt werden. Auch Fahrverbote in einzelnen Bezirken sind abzulehnen, da der Verkehr wohl großteils in die angrenzenden Bezirke verlagert, zu mehr Staus und damit zu höheren Emissionen führen würde.

So ließe sich die Reduktion der CO2 und NOx-Emissionen mit Anreizen beschleunigen: Wie schon in einigen europäischen und mehreren österreichischen Städten Usus, wäre ein zumindest zeitlich begrenztes Gratisparken für Nullemissionsfahrzeuge in parkraumbewirtschafteten Zonen durchaus ein schlagendes Argument für den Umstieg und obendrein gut fürs Stadtklima.  

Neue Absatzchancen könnten sich damit auch für den Autohandel ergeben – vorausgesetzt, die Stadt Wien schafft ein attraktives Modell, das in der Folge vielleicht auch in anderen urbanen Regionen Österreichs umgesetzt werden könnte.