Was ist passiert? Pop-up-Radwege-Lady Hebein zankte sich im Wiener Wahlkampf mit Stadtoberhaupt Michael Ludwig um eine „autofreie“ Innenstadt und sonst noch an mehreren Fronten zu Lasten der Stadtbevölkerung. Sie war sich sicher, nach dem Stimmenzuwachs Wien eine weitere Grünperiode zumuten zu können. Doch offensichtlich hat sie die Rechnung ohne Neos gemacht.

Was Menschenleben retten soll, trifft unsere Lebensumgebung hart. Die Pandemie und ihre Auswirkungen auf die Wirtschaft, die Arbeitsplätze und die Gesellschaftsmoral stehen nicht zuvorderst auf der Agenda der Grünen. Diese Clique quatscht lieber über das schwer fassbare Weltklima als über anstehende lokale gesellschaftliche Herausforderungen.

Die ländlich geprägte Hebein hat nicht rasch genug auf die Reihe bekommen, dass unsere Wirtschaftsleistung Corona-bedingt gerade um 10 Jahre zurückfällt. Bei unterschiedlicher Betroffenheit von Wirtschaftszweigen wird das konventionelle Auto weiterhin und über Jahrzehnte uns jenen wichtigen Handlungsspielraum geben, die Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen.

Auch Kurzarbeit ist der falsche Sanierungsweg: Aktuell bezahlt unser Sozialsystem die Leute für das Zuhause bleiben, anstatt die Menschen zum Berufswechsel zum Beispiel in das Gesundheitswesen zu animieren. Dabei wird uns alle Covid-19 das gesamte nächste Jahr begleiten. Mit dem E-Auto allein wird man die herannahende Pleitewelle nicht mildern können.

Medizinisch wird man das in den Griff bekommen, wirtschaftlich wird das viel länger dauern. Da muss die Politik parteiübergreifend der jobintensiven Industrie Wege offenlassen, um den ökologischen GAU (Größter anzunehmender Unfall) zu verhindern. 

Das müsste auch Volkswagen-Vorstand Herbert Diess langsam dämmern. Stur alles allein auf E-Mobilität zu setzen, werden die allerorts fehlenden Ressourcen nicht hergeben. Die von der Politik weitgehend indoktrinierte Autoindustrie wird den Weg finden müssen, der zur Volkszufriedenheit passt. Die nächsten 20 bis 30 Jahre ist der Verbrennungsmotor aus unserem Leben nicht wegzudenken. Dass bereits 2024 E-Mobile vom Nischen- zum Massenprodukt werden können, ist Illusion.