Spektakuläre Elektrostudien in optimistischem Futurismus getaucht wurden am Genfer See in Stellung gebracht und dem alltäglichen Realismus geschuldet dazu das entsprechende Mobilitätsangebot. Doch ein Virus machte alles zunichte und Genf mit seiner – aus Sicht der Gäste ohnehin sündhaft teuren – Infrastruktur ging nach Hochrechnungen der Stadtverantwortlichen eine Viertelmilliarde Franken verloren. Eine 600.000-Besucher-Veranstaltung fällt einer vielleicht drohenden Pandemie zum Opfer und keinen regt das auf. Man darf sich Sorgen um die Zukunft von Autosalons machen.

Weiter nach München: Die IAA wechselt nach 70 Jahren von Frankfurt an die Isar, besser gesagt der Verband der Deutschen Automobilindustrie (VDA), der 2021 und eine Woche vor dem Oktoberfest die Bayernhauptstadt für sich okkupieren will. Die Zimmerpreise werden wohl ins unermessliche hochschnellen.

Für lästige Fachbesucher planen die Messemacher je Marke maximal 2.000 m2 Ausstellungsfläche auf ihrem Ausstellungsgelände in Riem ein. Die Besuchermassen sollen auf die städtische Infrastruktur losgelassen werden. Für die Messedauer will BMW sogar ihr Firmen-Logo am Vierzylinderturm der IAA überlassen, um die ausländische Konkurrenz nicht zu demotivieren. In der ersten Jubelmeldung findet sich keinerlei Reaktion der ausländischen Konkurrenz, ob der VDA-Plan auch für sie akzeptabel sei, daran teilzunehmen: Vormittag Auto-, Nachmittag Bierzeltatmosphäre? Die Tracht würde zur Berufskleidung! Das allerdings könnte die Asiaten motivieren, die automobile Bavaria zu besuchen und sich Deutschlands Autobauer mit einer Bier-IAA ihre desolate Autowelt ja wieder schön saufen.

Zurück nach Österreich: Honda-Urgestein Ing. Roland Berger verbringt künftig seinen beruflichen Lebensabend als „Berater“ in der europäischen Motorrad-Produktplanung. Die geschätzte Dagmar Zinner übernimmt dessen Jahrzehnte währende Country-Head-Funktion zusätzlich zu ihren PR- und Marketingagenden in Zentraleuropa. Kostensparen ist zur Paradedisziplin in der Wirtschaft geworden und durchdringt zunehmend unseren Alltag.

Den Konzernen geht umgangssprachlich „die Haut beim Arsch nicht mehr zusammen“. Die Aktienwerte halten der Wirklichkeit längst nicht mehr stand. Die Neuzulassungen sprechen Bände und andauernd prasseln neue Horrornachrichten aus aller Welt auf uns ein. Nach Ende des Coronavirus-Geheuls werden wieder die Klimaschützer aus ihren Löchern kriechen, wenn sie und wir nicht von einer neuen Flüchtlingswelle abgelenkt werden. Autogegner haben bereits Widerstand gegen eine IAA in München angekündigt. Wir erleben eine Lektion der Veränderung nach der anderen und keine verspricht Besserung im Sinne der Allgemeinheit. •