Die hohe Ministerin hat anlässlich des Regierungseintritts mit den Türkisen angekündigt, dem Individualverkehr mit dem Ziel einer Halbierung rasch ans Zeug zu gehen: Höhere CO2-Steuern und geringeres Tempo (140 auf 130 km/h auf der Autobahn wurde sogleich umgesetzt) samt Fahrbeschränkungen, damit die Nutzer von konventionell betriebenen Autos sich besinnen, das Auto abmelden und 1-2-3 auf Öffis umsteigen. Unbelehrbaren Automobilisten gibt Leonore Gewessler großzügig die Chance, auf E-Mobilität zu wechseln. Ist zwar teuer und bei weitem nicht ausreichend verfügbar. Clever diese Doppelmühle, mit einem Stein hin und her den Autofahrer in seiner demokratisch verbrieften freien Wahl der Mobilität einzuschränken!
Alle Verbrenner weg von der Straße. Herrlich! Aber leider, Frau Ministerin, hat noch keiner der großen Derwische der Fahrzeugindustrie eine Batterie gefunden, die praktisch flächenwirksam einsetzbar ist. Weil es wahrscheinlich eine etwas feinere als die simple Batterielösung geben wird müssen, damit der Umstieg irgendwann wirklich funktioniert.
Aber so was stört ja eine forsche Multifunktionsministerin nicht und schon gar nicht jene Leute, die ihr unerschöpflicher Born neuer Ideen in ihrem Kreuzzug gegen das Auto sind. Weg mit 2,5 Mio. Altautos aus dem 5 Mio. Bestand. Schrottberge stören uns nicht, wir sind das Land der Berge.
Allen Ernstes: Es knien vor Ihnen in Dankbarkeit, Frau Ministerin, die bisher um ihr nacktes Weiterleben zitternden Mitglieder des Fahrzeughandels und danken Ihnen gemeinsam für das Einbremsen einer bislang enorm Steuer leistenden Autowirtschaft. Gerne erwarten wir schon wieder eine neue NoVA-Formel, weiter steigende Mineralölsteuern, die Streichung von Pendlerprivilegien und vieles mehr, denn ohne Autos trifft uns das ohnehin nicht mehr. Sorry, vermutlich ist das um einen Schritt zu weit gedacht!
Eine Zeit lang spielt das alles keine Rolle. Doch irgendwann muss die Blase der Scheinwelt, in der viele Autoproduzenten leben und das politische Spiel zu Lasten der Bevölkerung mitgestalten, platzen. Dann könnte es große Überraschungen für jene geben, die glauben, ohne Auto würde es auch gehen. So einfach ist das vielleicht im Lehrbuch. Nur, in Wirklichkeit liest das die wachsende Masse der Unzufriedenen nicht. Sie kämpfen um ihre Existenz. Es wird ein schlimmes Erwachen geben, Frau Ministerin auf ihrem Fahrrad, besonders für euch Grünen.
Und, gibt es wirklich so viele Kunden, wie sich’s die Autohersteller einbilden? Sind die nicht schon ganz und gar weltfern geworden mit ihrer Modellpolitik? Ihren technischen Verfeinerungen?
Wir haben in den vergangenen Jahrzehnten schon schlechte Zeiten durchgemacht. Aber niemals sahen die schlechten Zeiten auf Dauer so mies aus wie eben jetzt. Aber wovor fürchten? Frau Gewessler rettet uns samt dem Globus. Alles wird gut! •
