Bei der Fragerunde mit den Fraktionsspitzen kam allerdings wenig Neues heraus: Die Hardware-getriebenen Autohersteller verwandeln sich in Softwareunternehmen und im Zuge dessen steht dem Fahrzeughandel der Wandel ins Ungewisse ins Haus. Und auch politisch ist der Kfz-Sparte die Begeisterung abhanden gekommen, zumal Verkehrs- und Umweltministerium vereint in grüner Hand schwierig die Zukunft voraussehen lassen, wie Bundesgremialobmann Komm.-Rat Ing. Klaus Edelsbrunner vom schwarzen Wirtschaftsbund, Komm.-Rat Willibald Keusch von der roten und auch Hermann Fichtinger von der blauen Fraktion unisono bedauern: „Der größten Wählergruppe – die Autofahrer – wird politisch die Tür zugeschlagen!“
Bezugnehmend auf die Sparte Fahrzeughandel in der Wirtschaftskammer Österreich standen zum Jahreswechsel 15.147 Kfz-Betriebe im Wählerverzeichnis, weitere 2.555 werden als ruhende Firmen geführt.
Aktuell besetzt das Bundesgremium Fahrzeughandel 32 Mandate, davon 25 der Österreichische Wirtschaftsbund (WB), 5 die Freiheitliche Wirtschaft (RfW und Unabhängige) und 2 der Sozialdemokratische Wirtschaftsverband.
Für die neue Funktionsperiode ab Juni 2020 sind aufgrund eines neuen Berechnungsschlüssels nur mehr 30 Mandate vorgesehen.
Der die Fahrzeuginteressen im WB vertretende Klaus Edelsbrunner beschönigt die gesamtpolitische Schieflage rund um die Automobilität nicht und fordert deshalb zu verstärkter Mitarbeit, besonders in den Ländern auf. Allerdings haben alle in den Bundesländern wahlwerbenden Fraktionen mit Nachwuchsproblemen zu kämpfen. Der Strukturwandel erfordert all ihre Erfahrung, ihren Geschäftszweck auf profitablem Wachstumskurs zu halten.
Stellen Sie sich vor, es gingen alle 15.147 eingetragenen Fahrzeughändler zwischen 3. und 5. März zur Wahl. Manche männliche wie weibliche Politikergröße würde plötzlich ordentlich Respekt bekommen vor dieser gewaltig Steuern leistenden Wirtschaftskraft Fahrzeughandel.
Schon eine deutlich höhere Wahlbeteiligung als zuletzt würde einiges für die Kfz-Branche bewegen. Der Wahlausgang kann ein Neubeginn oder auch das Ende einer Interessenvertretung bedeuten, warnen die Wahlwerber. •
