Wir kennen wie Sie die erdrückende Problematik, die sich nicht nur für den Staat und die Europäische Gemeinschaft, sondern für die ganze Wirtschaft und die meisten Betriebe am Beginn dieses Jahres stellt, und fangen daher mit dem hoffentlich nicht entmutigenden, aber mahnenden Thema an: Die E-Autoquoten! Zur Erreichung der Klimaziele werden staatlich subventionierte Elektroautos in den Markt gedrückt, jedoch völlig vorbei an der Marktrealität. Einerseits suchen Käufer konventionelle Autos, andererseits gibt es das politisch oktroyierte E-Fahrzeugangebot nicht und noch dazu zu kaum leistbaren Konditionen. Die Preise sind da, die Fahrzeuge nicht!
Nichtsdestotrotz müssen die Vertragshändler gegenüber den Kunden ihre Verpflichtungen erfüllen, auch wenn sie nicht liefern können, weil die Ware fehlt. Können sie nicht liefern, droht ihnen Ungemach in Form erheblicher Margenkürzungen, auch, wenn die von den Herstellern vorgegebenen Quoten zur Verhinderung von Strafzahlungen in Milliardenhöhe aus heutiger Sicht unerfüllbar sind. Der Autohandel darf sich auf Undankbarkeit gefasst machen. Er soll verkaufen, was weder ausreichend und zeitgerecht noch im Käuferinteresse liegend lieferbar ist.
Nun: Fast alles, was den gegenwärtigen Menschen wichtig ist – Wohlstand, Lebensqualität, Innovationskraft, Produktivität, Gesundheitsniveau und Bildungsgrad, Arbeitsfreude und Arbeitsleistung –, hängt von der Professionalität und der Qualität der Ausübung des Managerberufes ab. Übrigens: Auch Politiker ist ein Managerberuf!
Im Lichte dessen ist es bemerkenswert, dass es für den wichtigen Berufszweig einer modernen Gesellschaft keine systematische Ausbildung gibt. Die Umweltverschmutzung macht uns mit Recht große Sorgen; weit besorgter sollte uns aber die Geistesverschmutzung machen, die insbesondere auf dem CEO-Manager-Level festzustellen ist. Die 20er- und 30er-Jahre in diesem Jahrhundert werden als die Dekaden der Scharlatanerie und des Dilettantismus in die Geschichte eingehen.
Wegducken, lange nichts sehen wollen, schafft Autohäuser mit Zukunftsbeeinträchtigung, führt die Unternehmer zu emotionaler Erschöpfung, die CO2-Thematik trifft sie mit voller Wucht und Härte. Die massenfähige E-Mobilität befindet sich auf der Kriechspur des Erfolges und wird rasch einer Adaptierung der Rahmenbedingungen bedürfen, ansonsten die Zivilgesellschaft, also wir alle, darunter zu leiden drohen.
Angesichts dieser Entwicklungen beginnt der Autohandel über rechtliche Schritte nachzudenken, für sich allfälligen Schaden durch Änderung einzelner Vertragspunkte in den festgeschriebenen Händlerverträgen abzuwenden. Für Einzelhandelssprecher Ing. Josef Schirak sind die Vorgaben von Absatzquoten für E-Autos davon betroffener Vertragshändler existenzgefährdend. •
