Kaum ein Medium kommt in seiner Kommunikation heute ohne den Begriff Narrativ aus. Wer ihn verwendet, scheint im Kreise der Intellektuellen und der „b'sonders Gscheiten“ angekommen zu sein.
Dabei geht die ständige Suche nach neuen und den richtigen Narrativen, also den Meta-Erzählungen, einher mit dem Fortschreiten des postfaktischen Zeitalters. Tatsachen zählen heute definitiv weniger als eine gute Geschichte.
Auch zum Klimawandel und der Elektromobilität gibt es 2 polarisierende Erzählungen: Für die eine Seite ist die E-Mobilität die einzige Lösung, die in Kürze zu 100 % umgesetzt wird (und damit die Welt überrollen und die Kfz-Branche zerstören wird, wie die andere Seite vermutet). Die andere Geschichte: „E-Mob“ ist eine Verschwörungstheorie, eine „Erzählung“ der Klimaschützer, der die dumme Politik gefolgt ist und die sich in kurzer Zeit wieder in Luft auflösen wird, weil sie weder funktioniert noch angenommen wird.
Diskutiert man in der Branche, scheint es nur diese zwei polarisierenden Meinungen zu geben: Ganz oder gar nicht. Die Realität will man dabei nicht sehen: Dass die Elektrifizierung (und damit ist auch die branchenfreundliche Kombination von Verbrenner und Batterie namens Hybrid) in den nächsten Jahren einen ernstzunehmenden aber definitiv nicht dominierenden Anteil haben wird, wird ebenso ignoriert wie die unveränderte und teilweise sogar wachsende Expertenrolle der Kfz-Branche in Beratung, Bevorratung, Erklärung und Servicierung. Klar, Realitätssinn macht definitiv weniger Spaß als die leidenschaftliche Aufregung.
Fazit: Lassen wir uns nicht von Narrativen narren: Visionen und Meta-Erzählungen sind wichtig, im Geschäftsleben sollten wir auf Basis von Fakten entscheiden. Und um die bemühen wir uns für: autoundwirtschaft.at/future-mobility/2 •
