„Dass E-Autos zugelassen worden sind, obwohl der Kunde bei der Entsorgung dann im Regen stehen gelassen wird“, ist Anlass zur Kritik durch Komm.-Rat Prof. Burkhard Ernst, LGO des Wiener Fahrzeughandels. In einer Aussendung stellt er aufgrund des Vorfalls gar die Elektromobilität „als Allheilmittel mit Blick auf den Klimaschutz“ in Frage, solange keine „ganzheitliche Strategie, die ein Recyclingsystem und den fachgerechten Umgang mit brennenden Elektroautos umfasst“, vorliege.

Tesla-Verwerter hat keine Genehmigung
Bei Altautoverwertern will man nicht ganz so weit gehen. Walter Kletzmayr, Chef der ARGE Shredder, fokussiert das Problem auf Tesla. Alle anderen Hersteller von E-Fahrzeugen seien sehr kooperativ in ihrer Kommunikation bezüglich des Umgangs mit havarierten E-Fahrzeugen.

„Ich habe bei Tesla Wien schon vor Jahren um Information angefragt, diese wurden mir mit Verweis auf Betriebsgeheimnisse verwehrt“, so Kletzmayr. Die Informationen im „International Dismantling Information System“ (IDIS) seien nicht ausreichend.

Laut Kletzmayr hat Tesla die abfallrechtlichen Verpflichtungen – der Importeur ist für Entsorgungsfragen verantwortlich – am Beginn seines Österreich-Engagements sogar auf die Käufer abgewälzt. Diese haben die Fahrzeuge in den Niederlanden bestellt und per Unterschrift unter den Kaufvertrag von dort nach Österreich importiert.

Seit der Gesetzgeber dieser Vorgangsweise einen Riegel vorgeschoben hat, nennt Tesla die ÖCAR Automobilrecycling GmbH als Partner, welche die abfallseitigen Verpflichtungen des Importeurs in Österreich übernommen habe – eine gängige Praxis, der sich auch andere Importeure bedienen.

ÖCAR lässt Medien allerdings wissen, wegen einer noch fehlenden Genehmigung nicht für Tesla tätig zu sein. Für Kia, Hyundai oder Nissan – auch deren E-Autos – ist ÖCAR laut Website als Verwerter zugelassen.

Beim Tiroler Abschlepper Georg Greiderer, auf dessen Betriebsgrundstück der Wagen gestrandet ist, hat Tesla sich inzwischen gemeldet – am 20. oder 21. November 2019 soll ein Spezialist dort den Akku aus dem Wrack ausbauen.

Unsere Bitte an Tesla um Stellungnahme blieb übrigens bis dato unbeantwortet. •