Nach dem Erlebten beim jüngsten Automobilwoche-Kongress in Berlin entsteht in vielen das Gefühl der Existenzbedrohung schutzlos ausgeliefert zu werden.
Mit den Errungenschaften von 2019 wird kein 2030 bewältigt werden können, schrieb Chefredakteur Burkhard Riering als Vorwort ins Programmheft und wurde selbst Opfer der Unwägbarkeit. Selbst hochkarätige Referenten wie Bram Schot (Audi), Wayne Griffith (Seat), Ola Källenius oder Noch-EU-Kommissar Günther Oettinger vermochten kein vollbesetztes Auditorium zu schaffen.
Wie man der Krise in der Automobilwirtschaft beikommen kann, darüber herrscht allgemeiner Wissensnotstand.
Die steigende Dichte und zunehmende Hemmungslosigkeit an Angriffen auf die Arbeitswelt erschüttern die Wirtschaft nachhaltig. Doch die Politik hat anderes zu tun: Sie schützt die Umwelt. Die verheerenden Wahlergebnisse schrecken die etablierten Volksvertretungen nicht ab. Also kann die überstrapazierte Automobil- samt Zulieferindustrie sich daran schadlos halten. Wohin das führt, wissen wir alle nicht, der Strategiewechsel hat viele Worte, wenig Taten. Artiger Applaus nach jeder präsentierten Horrorvision schuf neues Unverständnis, Entsetzen und Kritik.
Der E-Mobilität wird sektengleich die Zukunft beschworen. Gleichzeitig, zitieren wir Herausgeber Helmut Kluger, schießen neue, meist digitale Geschäftsmodelle wie Pilze aus dem Boden, mit Business Cases, von denen erst bewiesen werden muss, dass sie nicht wie Seifenblasen zerplatzen.
Indes holen die Autohausbetreiber unbeirrt den Markenherstellern im analog gesteuerten inneren Antrieb die Kastanien aus dem Feuer, obwohl die CEOs im Glauben an den Wandel ihnen keine ausreichende Zukunft mehr geben. •
