Vor einigen Monaten haben wir an dieser Stelle Fahrzeughandels-Obmann Ing. Klaus Edelsbrunner mit dem Satz zitiert: „Wir können nur das verkaufen, was die Kunden wollen und was die Hersteller liefern.“ Schon damals haben wir uns gefragt, ob das in Zukunft auch zusammenpassen wird. Nun, die Situation scheint noch schlimmer zu werden.

Mittlerweile gibt es bereits Einschränkungen der Hersteller, die manche Motoren gar nicht mehr anbieten und die Palette in gute und schlechte Modelle einteilen. Der Grund liegt in der kommenden Reduktion der CO2-Flottenemission auf 95g/100km. Die Verteufelung des Diesels (und die damit verbundene Steigerung des Benzineranteils) vor allem in Deutschland sowie der Trend zum SUV hat die Erreichung der CO2-Ziele massiv erschwert. Nun wird offenbar der Verkauf mancher Modelle eingeschränkt.

Die Kunden stehen den alternativen Antrieben grundsätzlich offen gegenüber (laut willhaben-Studie können sich fast 40 % der Kunden vorstellen, in den nächsten beiden Jahren ein E-Auto zu kaufen), sind allerdings verunsichert. Das Angebot ist – sowohl bei rein elektrischen wie auch bei Hybrid-Antrieben noch dünn und teuer. Die negative und oft abwehrende Haltung vieler Händler gegenüber der E-Mobilität ist dabei kontraproduktiv und stärkt die Direktvermarktungs-Pläne der Hersteller.

Dabei braucht es statt einer „Dann machen wir es halt selbst“-Haltung der Hersteller dringend praktikable, gemeinsame Lösungen. Ohne engagierten Handel und ohne umfassende Aftersales-Betreuung wird es bei der komplexen Technologie der Zukunft nicht gehen. Weniger Fahrzeuge zu vermarkten um nur keine Strafsteuer zu zahlen, ist keine Lösung.

Gleichzeitig wird sich der Handel bei diesem Thema öffnen müssen. Den Kunden von alternativen Antrieben abzuraten, ist keine Option. •

Übrigens: Was die Kunden wünschen und was die Branche bietet kann, werden wir beim A&W-Tag am 29. Oktober 2019 in der Wiener Hofburg von vielen Seiten beleuchten und diskutieren. Melden Sie sich noch rasch an: http://www.autoundwirtschaft.at/awtag