Im Transformationsprozess der Automobilwirtschaft kann sich niemand mehr auf den anderen verlassen. Was zum Beispiel Ola Källenius (Daimler), Michael Lohscheller (Opel), Peter Schwarzenbauer (BMW) und Jürgen Stackmann (Volkswagen) beim 20. Branchengipfel des Instituts für Automobilwirtschaft (IfA) einer Hundertschaft von Händlern zu Gehör brachten, kam unverhohlen einem Griff in die Kassa ihrer Vertriebspartner gleich. Sie zahlen die Zeche für die verfehlte Wirtschaftspolitik der Automächtigen.
Nicht allein die CO2-Reduktion ist ein großes Thema in Politik und Wirtschaft, besonders der Onlinehandel beschäftigt die Gemüter. Autos bauen und verkaufen wird in den nächsten Jahren hart, sind sich die Zelebritäten im Herstellerkreis einig und basteln an digitalen Lösungen, in vielleicht 10 Mausklicks online den Interessenten ihr Wunschauto konfigurieren zu lassen, wofür es dennoch den Handelspartner als wichtigste Schnittstelle zum Kunden braucht. Nur zahlen wollen will der Hersteller immer weniger dafür. Sämtliche Marktstudien der Konzernmarken-Sparefrohs gehen von „verlässlich günstigeren Preisen“ aus, die ihnen und nur ihnen hohen Mehrwert sichern. Dementsprechend „knackig“ werden dem bislang treuen Markenhandel die Rahmenbedingungen diktiert. Unwidersprochen!
Alles muss super einfach werden und was die spröden Autohändler und Servicepartner nicht sofort kapieren, bringen ihnen die Online-Plattformen bei, die den Autoproduzenten vermehrt als Brechstange dienen, ihre Interessen durchzusetzen.
Die geprügelten Autohändler äußern sich durch nichts außer durch Worte. Im Veranstaltungsprogramm des ansonsten gut disponierten IfA-Chefprofessors Dr. Stefan Reindl kamen die Autohändler am Ende der Eintagesveranstaltung auf das Podium, wo sich vor deutlich gelichteten Sesselreihen kein Hersteller mehr das Wehklagen angehört hat. War sicher reiner Zufall oder schafft derjenige an, der zahlt?
„Sie unterschätzen unsere Hartnäckigkeit und Ausdauer“, platziert ZDK-Präsident und Volkswagenhändler Jürgen Karpinski als Obermeister des Einerseits und Andererseits seine Botschaft ins Ungewisse. Deutlich trat zutage, dass der Autohandel vom Hersteller zur Zeit keine nachhaltige Unterstützung erfahren kann. Die Anleitung dafür haben sie vom „Twitter-Donald“. •
