Diesmal in Berlin trafen sich die Branchenvertreter aus Deutschland, der Schweiz, Österreich und Südtirol zum alljährlichen Zukunftsfürchten. Neben den Bedrohungen durch die neue Autofeindlichkeit galt es auch den Blick auf die Interessen der Händlergemeinschaft, auf die anderen im Mobilitätsservice, auf das Verhältnis zu Politik und Öffentlichkeit zu richten.
Nahezu dramatisch schilderten unsere Teilnehmer am 4-Ländertreffen die ausgeprägte Autofeindlichkeit in Deutschland, wo SUV angezündet werden und Autofahrer in ihren dicken Brummern von „wadelnden“ Weltverbesserern (Fußgänger, Radler, Scooteristen) angepöbelt werden, damit das Klima zu schädigen.
So gesehen befinden wir uns in Österreich noch immer auf einer „Insel der Seligen“, auch wenn die politischen Weichenstellungen nach der Wahl für unsere Autobranche reduzierte Entwicklungsperspektiven vermuten lassen. Mobilität wird jedenfalls weiter teurer!
Da investieren gar nicht so wenige Firmeninhaber in neue Autohausbetriebe und genieren sich, Ihre Investitionen zu beziffern, weil sie Angst haben, als Arbeitgeber dafür öffentlich abgestraft zu werden. Neben der Umwelt wird durch die Wirkung „sozialer Medien“ die Unternehmerseele des Menschen zerstört. Der CO2-Fußabdruck wird zur Metapher einer in Destruktion erstarrten Gesellschaft.
Das Vertrauen in die Politik hat Risse bekommen. Auch ich selbst bin bei meinem Start in die Branchenberichterstattung 1992 nie davon ausgegangen, dass die die demokratische Wirtschaft tragende Automobilität von der Politik heute derart heruntergemacht würde. In Berlin hat man sich um die Wette gefürchtet und Deutschlands Verkehrsminister Scheuer packte seine politische Doppelzüngigkeit aus: vor den Branchenvertretern voller Wohlwollen, in der Öffentlichkeit die Peitsche gegen die Automobilität schwingend! Dafür gab‘s frenetischen Applaus.
Von Deutschlands einst stolzer Automobilwirtschaft dürfen wir uns bis auf weiteres keine Hilfe erwarten. Die ist in ihrer Klimahysterie erstarrt. Wir in Österreich, vermutlich auch die Schweiz, machen instinktiv das Richtige, bleiben bei allem Verständnis für Klimaschutzmaßnahmen pragmatisch und arbeiten weiter. Blöd halt, dass wir als EU-Mitglied mit dem damit verbundenen Schwachsinn mitgefangen sind und in vielen Dingen unsere Entscheidungsfreiheit einschränkt wird.
Grünbewegungen stellen mit ihrer Thunberg-Hysterie ganze Wirtschaftssysteme infrage, klagen an, verurteilen, ohne auch nur eine Alternative zu den zerstörerischen Wirtschafts- und Konsumpraktiken der Konzerngiganten zu formulieren. Auch wenn mit kleinen Änderungen der Lebensweise jeder tagtäglich dazu beitragen könnte, die Welt zu verbessern – es macht nur keiner.
Die nächste Etappe zum 4-Länder-Fürchten führt unsere Funktionäre 2020 nach Zürich. Vielleicht stellt man sich dort die Frage, ob sich die eine oder andere Utopie pro Klimarettung im globalen Prozess der Kräfte verwirklichen hat lassen.
