Selbst Sehschwache mussten heuer keine Brille aufsetzen, um es auf der IAA zu bemerken: Hoppla, da fehlt doch was! Die Besucher nämlich. 560.000 Personen waren es, wenn man dem Verband der Automobilindustrie e.V. (VDA) Glauben schenken darf – und damit nur noch rund zwei Drittel jener rund 810.400 Menschen, die vor 2 Jahren dabei waren.
Kein Wunder: Wurde die IAA doch von gut 2 Dutzend Autoherstellern boykottiert. Keine Franzosen, keine Italiener (außer Lamborghini), keine Japaner (außer Honda): Da wird einem Besucher, der sich die Neuheiten aus aller Welt anschauen will, schon mal fad – SUV-Parcours im Freien und Oldtimer-Schauen hin oder her.
Kein Wunder, dass der VDA intensiv über neue Formate nachdenkt: „Neue Mobilität noch stärker zum Bürger in die Stadt selbst tragen“ ist eine der Devisen von VDA-Präsident Bernhard Mattes, der – nicht ganz freiwillig – sein Amt zur Verfügung stellen wird.
Und damit könnten die Messehallen in Frankfurt, seit Jahrzehnten der gesamten Branche wohl bekannt, im September 2021 leer stehen: Denn es gebe, so hört man, auch andere attraktive Optionen.
Wir warten – und hoffen, dass beim VDA etwas mehr Realitätssinn einkehrt: In seiner Bilanz-Aussendung spricht er nämlich von der „sehr erfolgreichen IAA 2019“.
Erfolg sieht meiner Meinung nach anders aus! •
