Bei der von SAG/Derendinger durchgeführten Swiss Automotive Show in Friebourg haben wir hingehört, welche Sorgen die Kfz-Wirtschaft plagen. Nach Rhihag und SAG plant in Ermangelung eines neutralen Schweizer Messeplatzes (die Halle 7 am Genfer Autosalon ist Geschichte) jetzt auch Hostettler eine eigene Hausmesse, um sich gegenseitig die Werkstattkundschaft streitig machen zu können.
Mitspieler, pardon Aussteller, sind die meist aus der Erstausrüstungsindustrie rekrutierten ohnehin gebeutelten Lieferanten. Sie müssen auftreten, die Hallen „bespielen“, das Catering sponsern und dennoch ist das Fachpublikum davon begeistert. Das verhält sich zu Deutschland nicht anders, wo bis zu 26 Hausmessen jährlich den Terminkalender der Teilnehmer belasten. Anders ist das in Österreich. Da gibt es im Zweijahrestakt, das nächte Mal im Jänner 2021 die Salzburger AutoZum, ansonsten drücken sich sämtliche den Markt bespielenden Lieferanten beim Werkstattkunden ohnehin die Klinke in die Hand. Der kann aus einem vielfältigen oft gleichgeschalteten Teile-Angebot wählen, lediglich im Werkstattausrüstungsgeschäft kann man sich noch unterscheiden.
Ansonsten herrscht Mengen- und Margendruck, sind die Lager der Wiederverkäufer vollgestopft. Der Erstausrüstungsbedarf zeigt in Richtung minus 10 Prozent, nicht viel besser sieht es im Ersatzbedarf aus. In Ermangelung realistischen Marktwachstums betäuben sich die Anbieter gegenseitig mit Chancen durch die Erweiterung des Mobilitätsangebots um E-Autos, autonomes Fahren etc.
Sandro Piffaretti redet der einfachen, schnellen und günstigen Lösung das Wort: Logistik ist das Schlagwort der Zeit und tatsächlich entscheidet sich in der Verfügbarkeit der Ware und den Schulungsmaßnahmen der Kundenzuspruch. Am Ende allen Tuns bestimmt jedch Verdrängung die Szene!
