Während Österreichs Autofahrern in Rundfunk, TV, Tageszeitungen und Magazinen gebetsmühlenartig ein schlechtes Gewissen eingetrichtert wird, werden gleichzeitig Reiseberichte über Kreuzfahrten mit Monster-Schiffen in der Karibik angepriesen.
Erst jüngst nahm sich das renommierte Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ mit der Titelgeschichte „SOS Wahnsinn Kreuzfahrt“ dieses Themas an.
Wie „Der Spiegel“ errechnete, sorgen die Kreuzfahrtschiffe in Hafenstädten wie Barcelona, Palma de Mallorca oder Venedig im wahrsten Sinne des Wortes für die dicke Luft: Während in der Lagunenstadt im Jahr 2017 der Pkw-Verkehr für 1,3 t Schwefeloxidemissionen verantwortlich zeichnete, bliesen Kreuzfahrtschiffe dort im selben Zeitraum 27,5 t in die Luft, also mehr als das 20fache (!). Wo also bleiben hier die Auflagen für die Betreiber eines Milliardengeschäfts, die aus Kostengründen großteils ihre Reiseschiffe – wie übrigens auch abertausende Frachtschiffe – immer noch mit Schweröl befeuern?
Die Automobilindustrie hat die von der Europäischen Union geforderten Klima- und Emissionsauflagen grundsätzlich immer erfüllt. Gleichzeitig erlaubt sie Massentourismus-Unternehmen, mit Millionen von Passagieren durch alle Meere dieser Welt zu schippern – zu Lasten der Umwelt. Ähnliches gilt auch für die Luftfahrt, aber auch für die industrielle Landwirtschaft samt Massentierhaltung.
Die Autohersteller haben bereits einen Teil ihrer Hausaufgaben gemacht und ich bin überzeugt, dass sie weitere Innovationen entwickeln werden, um Emissionen spürbar zu senken.
Es ist längst Zeit, dass alle Emittenten ihren Beitrag zu leisten haben, denn weder die Emissionen noch der Klimawandel kennen Grenzen. Die verantwortlichen EU-Politiker sind verpflichtet, endlich zu handeln und für „Klimagerechtigkeit“ zu sorgen. •
