Die meisten unter uns können sich noch daran erinnern: Die Einführung der Katalysator-Pflicht und die damit verbundenen Diskussion in den Jahren 1986/87! Ich war damals Mittelschüler und wurde im Autohaus meiner Familie bestens über die Problematik informiert. Sowohl verkaufsseitig (Vater) wie auch technisch (Onkel) wurde ich über die katastrophalen Auswirkungen und die Unsinnigkeit der Einführung aufgeklärt: Hohe Kosten für Katalysator und Benzineinspritzung, Leistungsverlust, bleifreies Benzin, Defekte und notwendiger Austausch, Probleme beim Eintausch,.... Bald war ich als Jugendlicher ziemlich überzeugt: die Autobranche wird an der Einführung des Katalysators zugrunde gehen.
Die vom Importeur organisierte und mit unserem Autohaus-Logo gekennzeichnete Postwurf-Sendung (mit allen noch verfügbaren Nicht-Katalysator-Autos) zu Jahresende erschien mir als mögliche Rettung. Manche Mitschüler sahen uns durch diese Aktion als Umweltverschmutzer. Die öffentliche Meinung ist oftmals anders als die Einschätzung der Branche.
Heute wissen wir: Wald UND Autobranche haben überlebt. Die Einführung des Katalysators ist keinen Tag zu früh gekommen. Vielleicht hilft diese Erinnerung auch, die aktuelle Entwicklung etwas sachlicher und optimistischer zu sehen.
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