Wenn Sie die Sendung „Wem gehört die Straße?“ aus der ARD-Reihe Quarks & Co kürzlich gesehen haben, wissen Sie, was ich meine: „Wissenschaftlich“ wurde da ein Experiment zurechtgezimmert, bei dem Autofahrer auf ihre Aggressionen im Stadtverkehr getestet werden sollten. Sie verhielten sich großteils unerwartet gelassen, obwohl ihre Geduld durch Blockierer der Fahrbahn – die zum Teil durch ihr Herumlaufen mit Handy am Ohr erheblich provozierten – ordentlich auf die Probe gestellt wurde.
Dann kam der inhaltliche Umkehrschwenk: „Aufregen ist im Verkehr schon einmal keine Lösung. Eine wirkliche Lösung, eine ziemlich naheliegende, wie ich finde“, erklärte die Moderatorin Dr. Mai Thi Nguyen-Kim – übrigens eine Chemikerin –, dürfe man in Deutschland gar nicht so laut sagen: „Tempolimit!“ Den Zusammenhang zwischen dem Blockadetest in Innenstädten und der (mittels im Hintergrund eingeblendeter 120er-Tafeln) für Deutschland von ihr geforderten Autobahnhöchstgeschwindigkeit kannte wahrscheinlich nur die Moderatorin, die gleich nachschob, dass sich „die Experten da einig sind, dass ein Tempolimit eine gute Sache“ sei, doch Deutschland „offenbar zu sehr Autoland, um sich den Spaß am schnellen Fahren nehmen zu lassen. Dabei haben alle anderen Länder rund um Deutschland ein Tempolimit“, erklärte sie mit erhobenem Zeigefinger, „und machen damit gute Erfahrungen. Ich sage mal: Irgendetwas müssen wir machen!“.
Als Autofahrer, der Tempolimits einhält, stimme ich ihr da zu und sage auch, dass der WDR da irgendetwas machen muss – allerdings, um fundiertere Beiträge ausstrahlen zu können, die auch einen logischen Zusammenhang haben. •
