Österreichs PolitikerInnen respektieren die Gesetze und fürchten die Justiz. Nicht grundlos. Wenn die über die globale Umweltschädigung Besorgten sich gründlich informierten, würde dies zu einer Versachlichung der Auseinandersetzung beitragen. Doch gerade dies wollen viele offenbar nicht.

Kürzlich kam mir folgender Pressetext von Schwedens Nutzfahrzeugbauer Scania unter: „Scania ruft zum Klimatag auf und unterbricht weltweit den Geschäftsbetrieb für Nachhaltigkeitsschulungen der Mitarbeiter!“
Augenscheinlich ist diese politisch motivierte Aktion Schwedens neuer Nationalheiliger Greta Thunberg gewidmet, die soeben mediengerecht  für den New Yorker Klimagipfel den Atlantik überquert.

Während also die junge und kranke Thunberg für den Klimawandel auf hoher See zusätzlich leiden wird, dürfen am 20. September 2019 weltweit alle Scania-Leute für eine Stunde mehr über den Klimawandel erfahren, und das unter VW-Flagge segelnde Unternehmen will die Ideen aller Mitarbeitenden aufgreifen, wie Scania Nachhaltigkeit in der eigenen Arbeit umfassend noch besser integrieren kann.

Unglaublich, mit welcher Unverfrorenheit sich die Konzernlenker eines Themas bemächtigen, hehre Standards formulieren, sich jedoch kaum um Fakten scheren.

Scanias Aktion ist exemplarisch, bemächtigen sich doch viele andere auch der schwedischen Umweltaktivistin, um daraus mediales Kapital zu schlagen. Außerdem ist das eine günstige Gelegenheit, vom weltweiten Absatzrückgang abzulenken, ohne gleich die Wirtschaft ins Wanken zu bringen.

Es wäre eine Erleichterung, wenn sich die Thunberg-Sympathisanten zunächst mit dem eigenen Seelenleid beschäftigten, statt die Arbeit gebende Wirtschaft als Projektionsfläche ihrer Komplexe zu missbrauchen. •