Dieser Managersound führt zusehend zur Entfremdung zwischen Belegschaft und Unternehmen. Große Teile der lokalen Produktion wurden und werden in Billiglohnländer ausgelagert. Die Konzernspitzen gingen bis vor kurzem davon aus, dass der Weltmarkt ohne Unterbrechung wachsen werde.
Was für ein Irrtum! Jetzt erleben die weltmarktführenden Autohersteller und ihre Zulieferer eine anhaltende Krise, die Kennzahlen sacken bereits in Richtung 10 % ins Minus. Handelskriege, neues Umweltbewusstsein und Kaufkraftverlust drängen das Automobil immer weiter ins Abseits.
Aber dem nicht genug, machen sich kleinere staatliche und private Firmen auf, mit neuen Markenkreationen ihr Stück vom kleiner werdenden Automobilkuchen abzuschneiden.
Autobau wird einfacher, weil ein hochspezialisierter Weltmarkt der Zulieferer entstanden ist, die nahezu jedes Teil in der gewünschten Qualität und das sofort liefern können. Bei dem herrschenden Preisdruck wächst die Begehrlichkeit, gleich selbst eine eigene Produktion einzurichten.
Während die Giganten ihren Ruf der technologischen Führerschaft der ihn tragenden Volkswirtschaften zunehmend verlieren, müssen die an der Basis schuftenden Unternehmen – die lokale Kfz-Wirtschaft – zunehmend deren Bilanzzahlen retten.
Dazu gesellt sich die tägliche Weltuntergangsstimmung in den öffentlichen Medien, die jedes noch so tragische Einzelereignis zur globalen Katastrophe erklären, jedoch keine Lösungen anbieten (können).
Von Redundanz wie bislang in der Hochtechnologie üblich, ist keine Rede mehr – zu teuer! Der politische Wille zum Outsourcing ehedem hoheitlicher Aufgaben an die Industrie hat bislang funktionierende globale Sicherheitssysteme schwer erschüttert. Augenscheinlich tritt diese Entwicklung in der Flugzeugindustrie zutage. Der heutige Mobilitätsbetrieb ist von mörderischen Konkurrenzkämpfen durchzogen, die Kosten sind exorbitant, Änderung ist nicht in Sicht.
Wir in AUTO & Wirtschaft berichten eine investigative Geschichte nach der anderen und sie fügen sich zu einem erschütternden Gesamtbild: Dass mit der vormals hochgelobten Firmenkultur in Weltkonzernen etwas ganz grundsätzlich nicht mehr stimmt!
In der nunmehr seit 50 Jahren wöchentlich erscheinenden AUTO-Information haben wir uns die vorherrschende Situation nicht ausgedacht. Geformt über die Jahre, in zahllosen Gesprächen mit Insidern, durch Beobachtungen, sehen wir seit längerem die Bruchlinien in unserer Wirtschaft – wohlgemerkt nicht nur in der Autobranche. Sie ist allerdings zur Erhaltung des sozialen Friedens eine wesentliche Säule. Die private Autonutzung weiter einzuschränken oder gar zu verbieten, würde uns dem Kommunismus, der Diktatur nähern. •
