Zu unserer „50 Jahre AUTO-Information“-Sonderausgabe erreicht uns neben unzähligen Glückwünschen v.a. aus dem treuen Leserkreis der Autohändler und Kfz-Mechaniker ständig die Forderung, gegen den politischen Raub der Inhalte und Werte der Wirtschaftssäule Automobilität aufzubegehren.

Fast jeder Satz beginnt mit „Man sollte was unternehmen“, unseren Leben erhaltenden und gestaltenden Wirtschaftszweig zu schützen. Gegengefragt, wie es mit der Solidarität ausschaut, in der Öffentlichkeit sichtbare Maßnahmen mitzuverantworten, kommt Schweigen, maximal von der einen oder anderen Ausrede begleitet, selbst keine Ressourcen dafür mehr parat zu haben. Dafür seien Standesvertretungen zuständig, hallt der Ruf nach den Kammervertretungen. Von „Wir müssen uns selbst helfen“ ist rasch keine Rede mehr. Und auch die oft zu Unrecht gescholtenen Standesvertretungen geizen nicht mit Worten, lediglich bei den Taten hapert es gewaltig – kein Personal mehr vorhanden!

Ganz klar, für die heimische Wirtschaft ist das alles nicht tragbar. Der Grund liegt auch auf der Hand: Die Konzerne bedienen sich China und anderer überseeischer Helferlein. Auf der Strecke bleibt der lokale Unternehmer, so er nicht unter das Dach eines größeren Händlers schlüpfen kann. Die Margen verdunsten von unten nach oben. Jeder kann sich ausrechnen, wer zuerst verreckt.

Unserer kleinstrukturierten Wirtschaft geht es finanziell an den Kragen, trägt sie doch die Hauptlast an Steuerleistungen im Land.

Auch wenn die die Welt rettenden Menschen mit ihrer aufgeblasenen Rhetorik letztlich an der politischen und konzernmächtigen Realität scheitern werden, machen sie sich die vom Steuergeld der Autofahrer finanzierten Straßen und Plätze kostenlos zunutze, lokalen Arbeitgebern den Handlungsspielraum einzuengen.

Zunehmend werden nach den Fahrrädern die Scooter mit Batterie betrieben, schimpft der Autohandel, und die dürfen unter behördlicher Duldung großteils schneller fahren als die mit allen Sicherheitsstandards ausgestatteten Automobile. Aus den Endrohren jüngerer Fahrzeuge kommt oft schon gereinigtere Luft heraus, als aus den menschlichen Auslässen.

Ergo ist die Forderung nach Registrierung von E-Radfahrern und E-Trottifahrern mehr als legitim. Sie nutzen die öffentlichen Verkehrswege, folglich sollen sie auch Steuern leisten müssen. Um das durchzusetzen, wird sich die Autowirtschaft wohl heraus aus der Komfortzone selbst auf die von ihr finanzierten öffentlichen Straßen begeben müssen, um der Bevölkerung klar zu machen, mit diesem Irrsinn der Autoverteufelung aufzuhören.

Bis dahin ist es noch ein zäher Weg, denn nach einem versauten Juni-Absatz erzählt man sich mitten in der Ferienzeit landein und landaus tolle Absatzergebnisse in allen Betrachtungslagen der Kfz-Wirtschaft. Der NW-Absatz ist um 0,26 % gestiegen.

Das sorgt bereits für wohlgefälliges Innehalten – und der Ruf nach Aufstand wird erst bei der nächsten Krise wieder laut. Wir bleiben in Hörweite! •