Der Arbeitskreis der Automobilimporteure tut so, als ginge ihn das mutmaßliche Kartellrechtsvergehen von PIA nichts an. Er überlässt eine Entscheidung allein den Gerichten. Er führt nicht. Er drückt sich, weil der Volkswagenkonzern auch in Österreich eine marktbestimmende Stellung einnimmt. Immerhin hat Porsche Salzburg die angezeigten Fälle sofort eingestellt und behauptet, dass das „natürlich lange vor dem couragierten Eingreifen des VW-/Audi-Händlerverbandes“ der Fall war! Letzteres wird im allfälligen Gerichtsverfahren noch zu beweisen sein.

 

Dem Klub der Drückeberger gehören nicht nur die Importeure an, sondern auch die Interessenvertretungen anderer Fabrikatsverbände. Sie alle schauen angesichts der latenten Kalamität rund um die Marktmachtstellung der Hersteller gegenüber ihren mit Verträgen geknebelten Markenorganisationen angestrengt in eine andere Richtung und betrachten die Einschüchterungsaktionen von Mitgliedern ihrer und anderer Verbände als innere Markenangelegenheit.

 

Es braucht keine hellseherischen Qualitäten, um zu prophezeien, dass jede Initiative des Zusammenhalts unter demokratischen Verhaltensregeln am Ende bescheiden ausfallen wird. Die Konzerne bedienen sich weiterhin ihres bestens positionierten Lobbyings, um in den Entscheidungspunkten die Interessen des lokalen Klein- und Mittelstandes jederzeit unterlaufen zu können. Sie nutzen die Uneinigkeit, um den Autohandel gegenseitig auszuspielen.

 

Wie groß muss die Not werden, damit der Autohandel, wie Einzelhandelssprecher Josef Schirak fordert, geeint auftritt, bevor es endgültig zu spät ist? •