„Wir begrüßen die Absage an jegliche Art von Verboten, das Bekenntnis zur Elektromobilität sowie das gleichzeitige Bekenntnis zur Technologieoffenheit. Nun geht es daran, aus diesen Zielen die bestmöglichen Maßnahmen zu entwickeln, um nachhaltige Mobilität für alle sicherzustellen“, so Kerle.
Dass derzeit alle Zeiger in Richtung E-Mobilität wiesen, sei unbestritten. Dennoch könne heute noch niemand mit absoluter Sicherheit vorhersagen, wie sich die Mobilität bis 2030 entwickele und welche Antriebstechnologie sich schlussendlich durchsetzen werde. Eine technologieneutrale Forschung und Politik sowie eine Berücksichtigung der Entwicklungen des freien Marktes seien daher unverzichtbar. Im Bereich der E-Mobilität habe sich unter anderem der E-Mobilitätsbonus als wirkungsvolles Instrument erwiesen, diese am Markt voranzutreiben – bereits über 8.000 Förderanträge seien bis dato eingegangen.
„Unsere Empfehlung lautet klar, den E-Mobilitätsbonus über das Jahr 2018 hinaus zu verlängern. Gerade in den kommenden Jahren wird eine Vielzahl an neuen E-Modellen auf den Markt kommen, die aufgrund ihrer erhöhten Reichweiten durchaus alltagstauglich sind.“
Kritischer äußert sich der ÖAMTC: Von einer groß angekündigten Klima- und Energiestrategie habe man sich mehr erwartet, wie der Chef der ÖAMTC-Interessenvertretung Bernhard Wiesinger sagt. Klar definierte Einsparungsziele fänden sich lediglich für Verkehr und Raumwärme. Die gesamte Strategie im Wesentlichen nur auf diese beiden Eckpunkte aufzubauen, lasse den nötigen Weitblick vermissen.
„Es gibt auch andere Sektoren, zum Beispiel Industrie und Landwirtschaft, die aktiv zur Erreichung der Klimaziele beitragen können“, stellt Wiesinger klar. „Warum gibt es für diese keine niedergeschriebenen Ziele? Der Pkw-Verkehr ist nur für rund 14 % der Treibhausgase in Österreich verantwortlich“, erklärt Wiesinger. Andere Berechnungen, die für den Pkw-Verkehr deutlich höhere Werte auswiesen, klammerten die Sektoren, die dem Emissionshandel unterlägen, völlig aus. „Nur weil diese sich zu einem niedrigen Preis freikaufen, heißt das noch lange nicht, dass sie CO2 frei sind", so Wiesinger.
Auch die österreichische Bevölkerung spreche sich dafür aus, dass alle Bereiche ihren Beitrag zur Erlangung der Einsparungsziele leisten sollten. „In einer im Herbst 2017 online durchgeführten ÖAMTC-Umfrage finden 48 % der 1.432 repräsentativ befragten ÖAMTC-Mitglieder, dass im Bereich Industrie am leichtesten CO2 eingespart werden könnte", so Wiesinger.
Die nun präsentierte Klima- und Energiestrategie gebe lediglich einen Rahmen vor. „Diesen gilt es nun mit Leben zu füllen“, so Wiesinger. „Für den ÖAMTC ist es unbestritten, dass der mittelfristige Umstieg auf saubere Fortbewegungstechnologien kommen muss.“ •
