Schon der Frühflieger von Wien nach Genf war nicht ausgelastet und die Züge auch nicht. Zeichen, dass das Interesse am Genfer Autosalon enden wollend ist. Dann der Weg durch Halle 7: ein Torso zu früher und indirekte Ankündigung mit den Werkstattausrüstern und -dienstleistern, vielleicht in 2 Jahren nach Bern auszuweichen.

 

Dazwischen gibt es noch ein Experiment mit anderen Öffnungszeiten – nicht über die volle Messedauer. Natürlich trafen wir wieder die traditionellen Automarken, aber alles bescheidener und unschlüssiger. Was wirklich außerhalb der leidigen Dieseldebatte und allem Drumherum künftig an Automobilitätslösungen kommt, bleibt maximal im Indiskreten hängen. Letztlich werden alle Optionen offen gehalten, wirklich alle, sodass sich auch der traditionelle Markenhandel nicht längerfristig orientieren kann.

 

Jedes Unternehmen steht unter Optimierungszwang, weniger muss (!) mehr sein. Oder wieder metaphorisch ausgedrückt, verdienen immer weniger gut am qualitativ guten Käse, immer weniger mit zudem neuen Nutzungskulturen können sich den Käse leisten.

 

Es wird nicht wundern, wenn uns bereits im kommenden Jahr die Genfer Motor Show eine neue Ausstellerkultur beschert: Samsung, Google, Facebook, Amazon und wie sie alle heißen, sind heiße Kandidaten auf die diesmal mit Restaurants kaschierten Leerflächen in den Haupthallen. Die Messemacher werden sich dieser Klientel nicht weiter verschließen können, sagen die Aussteller aus Zulieferkreisen, nicht die Markenkulturbotschafter. Die pflegen weiter ihren Sparkurs.

 

Dennoch geht es den Teilnehmern an der Messe gut. Die Autowirtschaft kennt bekanntlich keinen Marktrückgang, nimmt man die offiziellen Statements als Bewertungsgrundlage. Selbstverständlich begleiten wir mit unserem Verlagsteam die Szene und berichten, wovon gesprochen wird. Wir nehmen uns aber auch die Zeit, kritisch in die Ausstellung zu blicken, lernen die vielen exotischen Kleinserienhersteller- und Dienstleisternamen und lassen uns nicht jeden Käse einreden beim Blick auf die automobile Wirklichkeit.