Kürzlich machte Hyundai Österreich ihrem Ärger Luft und ermahnte die schreibende Zunft, sich mehr um die Quellen der verwendeten Meldungen Gedanken zu machen. Immerhin unterscheiden sich hinter dem Markennamen innerhalb der EU länderspezifisch Preisangaben, Ausstattungsdetails, Verfügbarkeit, Steuerunterschiede usw. erheblich. Im 360-Grad-Abgriffswahn werden von Billigarbeitskräften jedoch oft die Online-Portale mit Agenturmeldungen gefüllt, ohne den Wahrheitsgehalt zu überprüfen.

 

Vollführen die Politiker und immer mehr auch Wirtschaftskapitäne die Kunst, viel zu reden und nichts zu sagen, erheben immer mehr Medienmacher Textabschreiberei zur Meisterschaft. Ihrem stets ruhelosen Tun entweichen sinnentleerte Worthülsen, ihr Wortbrei verschließt ihnen die Augen und die Ohren für Faktisches und ist nahezu wortgleich auch in sogenannten Qualitätsmedien zu finden: Täglich, stündlich, minütlich, sekündlich.

 

Aufgetan wie Petarden, mit der früher Festungen aufgesprengt wurden, werden heute von den Agenturen die meisten Meldungen ins Informationsmeer verschossen. Doch der ständige Beschuss macht müde, die Copy-and-paste-Munition ist zudem teuer und bringt keinen Ertrag. Fazit: Solange kein Mittel gegen die Gratispest gefunden ist, wird die Informationsqualität weiter sinken und nur wenigen wie uns wird es gelingen, dagegen anzukämpfen. Seit knapp 50 Jahren sind wir das Informationsmedium der Branche, das auch etwas kosten darf. Diese Information ist kein Fake.