Bei den Begriffen „Menschenversuch, Abgas, deutsche Hersteller“ wollen in den Tagen des Holocaust-Gedenkens selbst die klügsten Kommentatoren am historischen Bezug nicht vorbei. Autoexperte Stefan Bratzel spricht folgerichtig vom nächsten PR-Desaster und von wohlfeilen, politischen Empörungen. Dabei gibt es von Volkswagen, Daimler und BMW längst den sauberen Dieselmotor, nur glaubt das in der Öffentlichkeit keiner mehr.
Ja, die Industrie wollte dem „dreckigen“ Diesel wieder ein „sauberes“ Image verpassen. Nach dem Dieselabgasskandal mit der wissenschaftlichen Studie nur die vermeintliche Nichtschädlichkeit des Dieselmotors neuester Technologie beweisen. Blöd ist nur, dass das Geld dafür von den 3 deutschen Autobauern stammt. Das hat „a Gschmäckle“, wie es der Schwabe trefflich formuliert. Und bis zur Auflösung des Lobbyvereins saßen deren Vertreter im Vorstand. Angeschrien dafür wird nur Volkswagen. Hätten sie ihre Studienmacher nur auf Wiens Fiakerpferde zurückgreifen lassen, die sind seit Jahrzehnten dieselresistent und von jeder affenartigen Tierliebe in der Bevölkerung ausgenommen.
Wenn öffentliche Forschung mit privatem Geld gesponsert wird, lässt das viele Fragen zu. In Zeiten ausufernder, alternativer Fakten und Fake-News würde ein klares politisches Bekenntnis hilfreich sein, wieder Vertrauen in die Wissenschaft zu erlangen. Das ist aber nur zu bekommen, wenn dubiosen Forschungsgruppierungen wie der Europäischen Forschungsvereinigung für Umwelt und Gesundheit im Transportsektor eindeutige gesetzliche Grenzen gesetzt werden. •
