Die aktuelle Ausgabe der Studie „Index Automatisierte Fahrzeuge“, für die Roland Berger GmbH – Automotive Competence Center – und fka Forschungsgesellschaft Kraftfahrwesen mbH regelmäßig die Wettbewerbspositionen der relevanten Automobilnationen analysieren, unterstreicht die führende Rolle deutscher und amerikanischer Hersteller beim Thema autonomes Fahren.

 

Allerdings zeigt die Studie ebenfalls, dass es auf den Gesetzgeber ankommt, wer das Rennen der Autohersteller gewinnt. Während in den USA bereits jetzt ein kommerzieller Einsatz von hochautomatisierten Fahrzeugen möglich ist, hinkt Europa hinterher. Damit können US-Hersteller unkompliziert Flotten von mehreren 100 Fahrzeugen auf die Straßen schicken – damit ist nicht nur ein Ausbau der Führungsrolle garantiert, sondern es wird auch die Ansiedelung von Hightech-Unternehmen gefördert. Während laut der Studie Deutschland weiterhin seine Vorreiterrolle als Technologie- und Wissensträger behält, sei das kein Garant, dass auch bei der hochautomatisierten Mobilität vorne mitzuspielen.

 

Ein weiterer Indikator für die Entwicklung sind Fördervolumina. Beispielsweise will sich die britische Regierung mit einem Budget von mehr als 220 Mio. € für die Entwicklung und das Testen von automatisierten Fahrzeugen als weltweit führender Standort positionieren. Die USA haben 10 Testfelder ausgewählt, wobei das American Center for Mobility (ACM) in Michigan mit einem Projektvolumen von mehr als 47 Mio. € hervorzuheben ist. Ein Beispiel aus Europa ist das Forschungsprojekt L3Pilot", bei dem in 11 europäischen Ländern in einem gemeinsamen Flottenversuch Automatisierungsfunktionen der Stufe 3 erprobt und demonstriert werden (Gesamtbudget 68 Mio. €, 100 Fahrzeuge). Einen ähnlichen Ansatz verfolgt Südkorea mit dem Testfeld K-City", das in der Nähe von Seoul erbaut und mit staatlichen Fördermitteln in Höhe von 9 Mio. € unterstützt wird.

 

Auch in China beginnt ein Umdenken. Zwar ist derzeit das Testen auf öffentlichen Straßen noch verboten, doch es ist bereits ein Gesetz in Arbeit, das die Rahmenbedingungen und Anforderungen dafür definieren soll. •