Denn seine Rolle des Zusehens und des Mahnens hat auch ihre Schattenseiten, wenngleich die Sonnenseite, nicht Autos samt dem ganzen Rundherum verkaufen zu müssen, manches aufwiegen mag. Aber der Lustig, lästig und listig wie immer, ist einer, der das, was er weiß, zu Papier bzw. online bringt.
Und da beginnt der Zwiespalt: Soll man alles, was man weiß, schreiben, etwa, dass eine Marke von einem Importeur zum anderen überwechselt oder dass ein traditioneller Autohändler einen erheblichen Teil seiner Betriebssubstanz, einen gut gehenden, an seinen Importeur abgeben muss, der ihn als Konkurrenzgebilde weiterführen wird.
Oder davon, dass die Jahresverkaufszahlen 2017 von der Statistik Austria als Rohdaten bereits ausgewiesen sind, die Importeure ihre Jubelzahl medienwirksam aber erst bei der am 10. Jänner 2018 anberaumten Pressekonferenz anlässlich der Eröffnung der Vienna Autoshow veröffentlicht haben wollen.
Also sprachen die Leute, die die A&W-Nachrichten schreiben, vorher mit den Betroffenen. Und die suderten, bitte noch nicht, wir sagen, wenn es so weit ist. Bitte nicht die Bedingungen, unter denen der Deal abgewickelt werden könnte, verschlechtern.
Nun dient die Berichterstattung in den A&W-Medien als Informations-, nicht als Enthüllungsplattform. Und die Zusicherung: Ich geb`s als erstes der AUTO & Wirtschaft, so, dass ihr es allein vor anderen habt, lässt – wenn auch immer seltener – den journalistischen Jagdinstinkt beruhigen.
Und dann kommt der Anruf: Jetzt geht`s. Wissend, dass der Betreffende längst andere ihm auch wichtige Medien vorinformiert hat. Während des Schreibens der autorisierten Exklusivmeldung tickert einem die gegenständliche Meldung über den Bildschirm. Auf entsprechende Vorhalte bekommt man nur diffuse Antworten. Dann auch egal, denn die Info hat sich überholt.
Man giftet sich, überlegt Revanche-Artikel, einen Titel wie „Muss weiter schrumpfen“ oder die Angabe der Schuldenlast, verbeißt dann den Ärger, weil man keinen Schaden will.
Und so trägt sein Leid in diesen schweren Zeiten auch 2018
Gerhard Lustig.
Jedoch motiviert von der Tatsache, dass die letzte Zeile zum Thema immer der investigativ orientierte Journalist schreibt. •
