Schön waren wieder die vielen Meldungen aus Politik, Wirtschaft, Kunst, Sport und Tagespresse. Das alte Jahr geht mit vielen automobilen Fake News zu Ende und das neue wird nicht anders verlaufen – nur noch exzessiver. Mithilfe der Statistik werden morbide Marktzustände schön geschrieben.
Die Wechselwirkung zwischen einer schlechten und einer guten Nachricht macht die Essenz der Information aus. In einer Nachricht gehen Tausende Arbeitsplätze verloren, in einer anderen explodiert förmlich das Wirtschaftswachstum. Zusammenschlüsse und Konkurse produzieren steigende Beschäftigungszahlen, auch wenn nahezu jede 2. Person statistisch erhoben vom Teilzeitjob lebt. Wenigstens der Wirtschaftsmotor brummt.
Wenn man heute – wie damals im alten Rom – den Überbringer einer schlechten Nachricht töten würde, gäbe es weder Berichterstatter, Journalisten oder sonstige Fake-Maker der Nachrichtenzunft. Und schon gar keine Fachredakteure, also den Schreiber dieser Zeilen auch nicht! Wäre das eine gute oder eine schlechte Nachricht?
Dass vermutlich ein Drittel aller News Fiktion ist, spielt in Zeiten von Google, Facebook, Twitter & Co. keine Rolle. Je nach Gusto sucht sich jeder aus, was er wie verbreitet. Penibler Lexikongebrauch alter Schule ist längst passè. Das ist voll und ganz im Sinne des „Great News Business“. Dort lebt man von „Happy-gun-faked“ in unserem Metier – wenn nicht erstunken und erlogen – vom Nachkonstruierten.
Kollege Ludwig Hava im Nebelspalter schreibt satirisch, dass wir alle als Naiv-Surfer-Blind-Follower ganz real gefaked werden. Wir sehen chillig-mathematisch: Ein Minus mal ein Minus ist ein Plus. Ergo müssten 2 aufeinander treffende Bad News eine gute Nachricht ergeben, was halt auch nicht stimmt, leider. Daraus können wir schließen, dass Rechnen und Schreiben total realitätsfremd sind. Wir lesen 2018 wieder voneinander!
