Herbert Leitgeb, Europaverkaufsleiter beim Sportauspuff-Spezialisten Remus, zeigte sich im Ausstellungsverbund mit dem VDAT das nunmehrige Kosten-/Nutzenverhältnis betrachtend nach Jahren wieder zufrieden. Das Alcar-Team machte zwar in Essen ihre Pressekonferenz, bestückte manches Tuningfahrzeug mit feiner Felgenware, ein eigener Messeauftritt war Riklin & Co. zu teuer.

 

Die Veranstalter machten viel, um den einstigen Publikumsrenner in Schwung zu bringen. Mit einem begonnenen Umbau wollte man auch die Aussteller bei Laune halten, was jedoch angesichts der Ausstellerzahl nur bedingt gelungen ist. Mit 500 Ausstellern wurde geworben, davon 18 aus Österreich. Spätestens bei dieser Aussage versagte versierten Messekennern bei ihren Berichten der Laptop. Von den 18 genannten heimischen Exponenten boten 15 ihre Oldtimer an. Wenn nicht Edeltuner Brabus Verbandsinteressen zu vertreten hätte, wäre er wohl auch nicht mehr dabei.

 

Die Hallen waren eigenartig aufgeteit – mit vielen Spielzeugautos herum. Reifenfirmen wie Continental oder Toyo übten sich in Optimismus, ebenso Borbet. Treue Aussteller, etwa Reifenhersteller Hankook, bleiben optimistisch: „Hier finden wir die Klientel, die Spaß am Auto hat“, erklärt Pressesprecher Felix Kinzer. Und die alternativen Antriebe? Auch die gab es auf der Motor Show in Form von über 20 E-Autos. Die autobegeisterten Tuning-Fans ließ das aber ziemlich kalt. Das Kaufinteresse ging gegen Null.

 

Nun soll das Bemühen der Messemacher nicht grundsätzlich schlechtgemacht werden, Ausstellerzahlen mit Einzelpersonen aufzubauschen, verärgert gleichermaßen Aufwand betreibende Exponenten und erwartungsvolle Besucher. Wovon einige auch noch Bekanntschaft mit harschen Verkehrskontrollen machten: Die Polizei strafte sogar straßentaugliche Exponate. Messesprecher Tom Kraayvanger bekam die eine oder andere Schelte – „Wenn die 50. die letzte Motor Show in Essen war, wird sie in dieser Aufmachung nicht weiter fehlen!“ – zu hören. „Man mag zum Messetyp Essen stehen wie man will“, sagt der frühere Stammaussteller Fritz Floimayr (Fosab), „im Internetzeitalter hat sich diese Show überlebt.“ An solchen Wertungen wird sich das Messemanagement künftig orientieren müssen. •