Die Berufsgruppe Großhandel mit Kraftfahrzeug-Teilen und Serviceeinrichtungen, die beim Wiener Fahrzeughandel angesiedelt ist, hat inhaltliche Mitstreiter und Medien eingeladen, um die „Nachteile für Autobesitzer durch drohenden Dateninfarkt“ an die Öffentlichkeit zu tragen. Der Fahrzeughandel selbst war vom anfänglichen Titel „Ist Autokauf künftig nur noch ein Recht auf Nutzung des Fahrzeuges? Vorteile und Nachteile aus Sicht der Konsumenten“ wenig begeistert. Zwischenzeitlich drohte sogar eine Absage der Veranstaltung.
Die zentrale Forderung formulierte Berufsgruppensprecher Ing. Wolfgang Dytrich: „Der freie Zugang zu den Fahrzeugdaten muss erhalten bleiben und Teil der neuen Typengenehmigungs-Rahmenverordnung werden.“ Diese sei gerade in den EU-Trilog-Verhandlungen, nachdem das EU-Parlament einen Abänderungsvorschlag gemacht hatte. Darin soll die OBD-Schnittstelle erhalten bleiben und der Datenzugang für Drittanbieter über OBD und Luftschnittstelle erhalten bleiben. Ing. Georg Ringseis, Landesinnungsmeister Fahrzeugtechnik und Sprecher der freien Werkstätten, sieht einen großen Teil der Werkstätten gefährdet, wenn diese Daten nur mehr den Herstellern zur Verfügung stehen.
MMag. Bernhard Wiesinger vom ÖAMTC warnt ebenfalls vor der Entwicklung, die nicht im Sinne der Konsumenten ist. „Wenn der Kunde ein Auto kauft, entscheidet er auch gleich, wo er es reparieren lassen MUSS“, sieht Mag. Walter Birner als Vertreter des VFT die Situation ebenfalls sehr kritisch. Für Sebastian Obrecht sind der ARBÖ und die freien Werkstätten der Garant für Wettbewerb und günstige Preise. Mit entsprechender Kritik der einladenden Branchenvertreter wurde Obrechts Preisvergleich aufgenommen, in dem er die Ergebnisse der Arbeiterkammer zitierte, wonach der ARBÖ die deutlich günstigeren § 57a-Überprüfungen und Stundensätze – im Vergleich zu Werkstätten – anbieten würde.
Bislang haben sowohl Tageszeitungen wie auch die ORF-Radiosender Ö1 und Ö3 die Daten-Problematik im Sinne der Konsumenten und der Wahlfreiheit aufgenommen. •
