Die nunmehrige Behindertensprecherin Kira Grünberg wird ermahnt, weil sie lange Zeit vor ihrer Parlamentskarriere als Behinderte – das Stabhochsprungtalent stürzte für Österreich in die Querschnittlähmung – einen behindertengerecht umgebauten Opel Insignia gespendet bekam.

 

Das lässt manche Parteigranden vis-à-vis der ÖVP-organisierten Liste Kurz laut „pfui“ rufen. Was im Prinzip egal wäre, denn träfe es eine andere Parteifarbe, ginge das scheinheilige Geheul von dieser Seite los. Sogenannten Qualitätsmedien sind das eigene Kommentare wert, nur um anpatzen zu können.

 

Da passt auch gut die Meldung des verstorbenen Mafia-Massenmörders Totò Riina dazu, dessen Tod breite Aufmerksamkeit eingeräumt wurde. Detailliert wurde sein Transport vom Gefängnis bis zur Beerdigung nachgezeichnet. Gerade, dass nicht zum Gedenken zur Lichterkette aufgerufen wurde. Die in ihre Soutanen gewandeten Instanzen des Landes schweigen zum Detail der Einsegnung des Todbringers, schließlich will man ja regelmäßig PolitikerInnen zur Papstaudienz einladen. Ein paar Gebete und deren Welt ist wieder in Ordnung.

 

Natürlich kann das Herausgreifen einzelner Ereignisse nicht objektiv sein, selbst wenn die Kritik sich in den Mantel gutmeinender Freunde kleidet.

 

Wir sind dankbar für das grenzenlose Engagement, das sich Politik und Medien gegenseitig entgegenbringen, sich einspannen lassen in diese Possen. Wir haben ja keine anderen Sorgen. Das stimmt uns wieder fröhlich und motiviert, positiv an das Weihnachtsfest zu glauben. Kira Grünberg wünschen wir im Insignia eine den gesundheitlichen Umständen angepasste gute Fahrt.

P.S.: Vorerst letzter Akt der Politposse: Kira Grünberg „kauft“ das Auto. •